Der Start in Chile verlief etwas holprig. Eigentlich wollten wir nur für 2 Nächte hier bleiben, sprich einen Tag für Sightseeing nutzen und dann nach Puerto Natales weiterreisen. Eigentlich. Aber die blöden Pinguine aus der (relativ günstig zu erreichenden) Kolonie Sena Otway am Festland sind schon in die Antarktis abgedüst (was uns die Dame in der Travel Agency aber verschwiegen hat) und die teure Tour zur Isla Magdalena startet schon um halb 8 (da schliefen wir noch). Daher beschlossen wir gestern uns Punta Arenas anzusehen und heute morgen die Pinguintour zu machen. Nun gibt es in Punta Arenas nicht besonders viel zu sehen. Ziemlich zufällig landeten wir dann vor dem Militärmuseum, wo wir eine Privatführung des Soldaten Gomez bekamen (auf Spanisch), der sich rührend und voller Enthusiasmus um uns bemühte. Danach gingen wir kurz zu einer Aussichtsplattform und flüchteten vor dem Wind in ein Kaffeehaus. Kurz vor Sonnenuntergang besichtigten wir noch den Friedhof, der ziemlich cool ist, v.a. wenn man die meteorologische Situation in die Stimmung mit hinein rechnet. Und wie wir aus (schwieger-)elterlicher Hand wissen, haben Friedhöfe pompöse Grabmäler mit allerlei Inschriften durchaus ihren Reiz (Ilse, das solltest du dir bei Gelegenheit mal anschaun).
Heute also standen wir um halb 7 auf, packten zusammen und eilten zum Treffpunkt um dann zu erfahren, dass es heute zu windig für eine Tour ist. Also ohne Pinguine weiterfahren oder noch einen Tag länger bleiben? Wir entschieden uns fürs bleiben (man kann doch nicht nach Patagonien fahren ohne Pinguine zu sehen), suchten eine neue Unterkunft und warteten auf besseres Wetter, was hier normalerweise nicht lange dauert. Ich glaube Meteorologe in Punta Arenas ist so ziemlich der einfachste Job der Welt. Jeden Tag lautet die Prognose: wechselhaft und windig. Heute hat es insgesamt 3 Mal geregnet, 2 Mal gehagelt und dazwischen kam immer die Sonne raus. Wie gesagt, in Punta Arenas gibt’s nicht besonders viel zum anschauen, aber nur rumsitzen liegt nicht in unserer Natur und so machten wir uns frohen Mutes auf in ein Museum. Als wir um halb 1 dort ankamen stellten wir fest, dass die Öffnungszeiten 9 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr betragen. Eher blöd. Frohen Mutes beschlossen wir die Bulnes Avenue entlang zu spazieren um in ca. 4 km Entfernung das nächste Museum aufzusuchen. So gingen wir also los, machten noch einen Abstecher zum Friedhof und nach gefühlten 19 Statuen und Monumenten (von denen wahrscheinlich nur etwa genauso viele Menschen wissen warum die da stehen) erreichten wir sturmgebeutelt und etwas unterkühlt den Ort des Museums um festzustellen, dass es sich um ein Freilichtmuseum handelte. Frohen Mutes machten wir uns an die Besichtigung der eigentlich ziemlich coolen alten Maschinen, Traktoren und Wägen, nur unterbrochen durch eine 10 minütige Regenpause. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück und besuchten auch das 2. Museum. Sehr nett im Übrigen und fürs 1.mussten wir nicht einmal bezahlen. Als letztes Stand das Fuerte Bulnes, ein altes Fort ca. 60 km südlich von Punta Arenas auf dem Programm. Früher an diesem Tag hatten wir in Erfahrung gebracht, dass es neben den geführten Touren, die dementsprechend viel kosten auch einen öffentlichen Bus für ein 10tel des Preises gab. Der Haken: Hinfahrt ist um 18 Uhr, Rückfahrt um 19.15. Wir haben also ca. 1/2 Stunde dort. Das reicht locker hatte man uns in der Touristeninfo gesagt und so betraten wir frohen Mutes um kurz vor 6 den Bus. Auf dem Weg dorthin kam mir noch der Gedanke: Komisch, ein Fort wird doch normalerweise auf einem Hügel gebaut, fährt der Bus dann auch wirklich auf diesen Hügel hinauf? Er tut es nicht. Glücklicherweise wusste der Busfahrer besser über die Situation Bescheid und erklärte uns in besonders deutlichem Spanisch, dass man von der Bushaltestelle noch etwa 5 km den Hügel hinauf wandern müsste und dass das eher knapp werden könnte mit der halben Stunde Zeit. So ersparten uns dieses Abenteuer und gingen zurück ins Hostel wo ich endlich die Zeit fand euch laaaaaang und ausführlich darüber zu berichten was wir so alles getan und nicht getan haben :-) wem es zu lang ist, der braucht es nicht zu lesen (das hätte ich vielleicht gleich am Anfang schreiben sollen) und wems noch nicht ausführlich genug war, der kann ja unser Buch kaufen, das ich dann hoffentlich bald mal zum schreiben anfange :-). Wir freuen uns schon auf viele nette Kommentare und gehen jetzt schlafen, weil wir ja morgen um halb 7 aufstehen um die Pinguine zu sehen.
Highs und Lows in Punta Arenas.
Highs: Das Museon Magiorino Borgatello und das Museo del Recuerdo sowie der Friedhof. Die Leute in beiden Hostels waren sehr nett und freundlich.
Lows: Der Wind. Ich mein, ein bisschen Wind ist ja ganz nett und kann auch mal lustig sein, aber stundenlang ohne Unterlass beblasen zu werden ist am Ende doch etwas mühsam, v.a. weil der Wind so eiskalt ist.
Wo willst du hin?
Fernando de Magallanes
Denkmal für die ausgerotteten Indianer am Friedhof Punta Arenas
Freilichtmuseum Museo del Recuerdo











