Mittwoch, 30. März 2011

Punta Arenas


Der Start in Chile verlief etwas holprig. Eigentlich wollten wir nur für 2 Nächte hier bleiben, sprich einen Tag für Sightseeing nutzen und dann nach Puerto Natales weiterreisen. Eigentlich. Aber die blöden Pinguine aus der (relativ günstig zu erreichenden) Kolonie Sena Otway am Festland sind schon in die Antarktis abgedüst (was uns die Dame in der Travel Agency aber verschwiegen hat) und die teure Tour zur Isla Magdalena startet schon um halb 8 (da schliefen wir noch). Daher beschlossen wir gestern uns Punta Arenas anzusehen und heute morgen die Pinguintour zu machen. Nun gibt es in Punta Arenas nicht besonders viel zu sehen. Ziemlich zufällig landeten wir dann vor dem Militärmuseum, wo wir eine Privatführung des Soldaten Gomez bekamen (auf Spanisch), der sich rührend und voller Enthusiasmus um uns bemühte. Danach gingen wir kurz zu einer Aussichtsplattform und flüchteten vor dem Wind in ein Kaffeehaus. Kurz vor Sonnenuntergang besichtigten wir noch den Friedhof, der ziemlich cool ist, v.a. wenn man die meteorologische Situation in die Stimmung mit hinein rechnet. Und wie wir aus (schwieger-)elterlicher Hand wissen, haben Friedhöfe pompöse Grabmäler mit allerlei Inschriften durchaus ihren Reiz (Ilse, das solltest du dir bei Gelegenheit mal anschaun).
Heute also standen wir um halb 7 auf, packten zusammen und eilten zum Treffpunkt um dann zu erfahren, dass es heute zu windig für eine Tour ist. Also ohne Pinguine weiterfahren oder noch einen Tag länger bleiben? Wir entschieden uns fürs bleiben (man kann doch nicht nach Patagonien fahren ohne Pinguine zu sehen), suchten eine neue Unterkunft und warteten auf besseres Wetter, was hier normalerweise nicht lange dauert. Ich glaube Meteorologe in Punta Arenas ist so ziemlich der einfachste Job der Welt. Jeden Tag lautet die Prognose: wechselhaft und windig. Heute hat es insgesamt 3 Mal geregnet, 2 Mal gehagelt und dazwischen kam immer die Sonne raus. Wie gesagt, in Punta Arenas gibt’s nicht besonders viel zum anschauen, aber nur rumsitzen liegt nicht in unserer Natur und so machten wir uns frohen Mutes auf in ein Museum. Als wir um halb 1 dort ankamen stellten wir fest, dass die Öffnungszeiten 9 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr betragen. Eher blöd. Frohen Mutes beschlossen wir die Bulnes Avenue entlang zu spazieren um in ca. 4 km Entfernung das nächste Museum aufzusuchen. So gingen wir also los, machten noch einen Abstecher zum Friedhof und nach gefühlten 19 Statuen und Monumenten (von denen wahrscheinlich nur etwa genauso viele Menschen wissen warum die da stehen) erreichten wir sturmgebeutelt und etwas unterkühlt den Ort des Museums um festzustellen, dass es sich um ein Freilichtmuseum handelte. Frohen Mutes machten wir uns an die Besichtigung der eigentlich ziemlich coolen alten Maschinen, Traktoren und Wägen, nur unterbrochen durch eine 10 minütige Regenpause. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück und besuchten auch das 2. Museum. Sehr nett im Übrigen und fürs 1.mussten wir nicht einmal bezahlen. Als letztes Stand das Fuerte Bulnes, ein altes Fort ca. 60 km südlich von Punta Arenas auf dem Programm. Früher an diesem Tag hatten wir in Erfahrung gebracht, dass es neben den geführten Touren, die dementsprechend viel kosten auch einen öffentlichen Bus für ein 10tel des Preises gab. Der Haken: Hinfahrt ist um 18 Uhr, Rückfahrt um 19.15. Wir haben also ca. 1/2 Stunde dort. Das reicht locker hatte man uns in der Touristeninfo gesagt und so betraten wir frohen Mutes um kurz vor 6 den Bus. Auf dem Weg dorthin kam mir noch der Gedanke: Komisch, ein Fort wird doch normalerweise auf einem Hügel gebaut, fährt der Bus dann auch wirklich auf diesen Hügel hinauf? Er tut es nicht. Glücklicherweise wusste der Busfahrer besser über die Situation Bescheid und erklärte uns in besonders deutlichem Spanisch, dass man von der Bushaltestelle noch etwa 5 km den Hügel hinauf wandern müsste und dass das eher knapp werden könnte mit der halben Stunde Zeit. So ersparten uns dieses Abenteuer und gingen zurück ins Hostel wo ich endlich die Zeit fand euch laaaaaang und ausführlich darüber zu berichten was wir so alles getan und nicht getan haben :-) wem es zu lang ist, der braucht es nicht zu lesen (das hätte ich vielleicht gleich am Anfang schreiben sollen) und wems noch nicht ausführlich genug war, der kann ja unser Buch kaufen, das ich dann hoffentlich bald mal zum schreiben anfange :-). Wir freuen uns schon auf viele nette Kommentare und gehen jetzt schlafen, weil wir ja morgen um halb 7 aufstehen um die Pinguine zu sehen.
Highs und Lows in Punta Arenas.
Highs: Das Museon Magiorino Borgatello und das Museo del Recuerdo sowie der Friedhof. Die Leute in beiden Hostels waren sehr nett und freundlich.
Lows: Der Wind. Ich mein, ein bisschen Wind ist ja ganz nett und kann auch mal lustig sein, aber stundenlang ohne Unterlass beblasen zu werden ist am Ende doch etwas mühsam, v.a. weil der Wind so eiskalt ist. 


 Hille und Soldat Gomez

Wo willst du hin?

Fernando  de Magallanes

Denkmal für die ausgerotteten Indianer am Friedhof Punta Arenas

 Freilichtmuseum Museo del Recuerdo

Ushuaia


Nach fast einer Woche finden wir nun endlich wieder die Zeit unseren zahlreichen Fans von unseren Erlebnissen zu berichten. Wir sind derzeit in Punta Arenas im Süden von Chile und genießen ein paar ruhigere Stunden. Aber der Reihe nach:
Wie bereits berichtet sind wir gut in Ushuaia angekommen, waren aber am ersten Abend ziemlich geschafft von der Anreise. Trotzdem sind wir am nächsten Morgen schon wieder um 6 aufgestanden. Ein netter junger Spanier aus dem Hostel hatte nämlich eine Mitfahrgelegenheit in den nahegelegenen Nationalpark organisiert und brauchte noch Begleiter. Die Gelegenheit nahmen wir natürlich gerne wahr und so konnten wir uns am Ende der Ruta 3, einer Straße die bis nach Buenos Aires (ca. 3000 km entfernt) und noch weiter geht, den Sonnenaufgang ansehen. Sehr romantisch, wenn auch ziemlich kalt. Netter kleiner Nebeneffekt: Wer vor 9 Uhr in den Park geht zahlt keinen Eintritt, da die Parkwächter noch schlafen :-) Nach ein paar Wanderstunden wollten wir gegen Mittag wieder zurück zum Eingang des Nationalparks, wo unser Taxi wartete. Das gestaltete sich als schwieriger als erwartet, da der öffentliche Bus nicht wie versprochen kam und die ganzen Touristenbusse uns natürlich nicht unbedingt mitnehmen wollten. Nach fast einer Stunde hatten dann 2 Männer im Geländewagen Mitleid und nahmen uns die ca. 6 bis 8 km bis zum Ausgang mit. Den Nachmittag verbrachten wir mit Einkaufen und Infos sammeln was man denn so tun könnte dort unten.
Tags darauf bestiegen wir den in Sichtweite gelegenen Glacier Martial. Um 8 wollten wir frühstücken, um halb 9 aufbrechen, im Endeffekt haben wir bis 9 gefrühstückt und waren um halb 10 dort. Man beachte: trotzdem waren wir, mit wahrscheinlich beachtlichem Vorsprung die ersten aus dem Hostel, die aufgestanden sind. Generell war das Publikum dort eher der rumlungernden Natur. Vor allem eine Gruppe Israelis (2 davon in unserem Zimmer) schien das Hostel noch nie von außen gesehen zu haben. Am Fuße des Gletschers hätten wir die Gelegenheit gehabt einen Sessellift zu benutzen um die Strapazen 2-stündigen Aufstieges zu erleichtern. Aber als stolze Alpenbewohner hatten wir selbstverständlich nur ein verächtliches Lächeln für dieses Angebot übrig und gingen zu Fuß. Der Grund des Sesselliftes ist im Übrigen eine Skipiste, die sich dort hinunterschlängelt. Wobei das Wort Skipiste etwas schmeichelhaft ist, denn ohne anschieben kommt man da nur schwer hinunter. Trotzdem warnte uns an der Bergstation ein Schild, dass der Schwierigkeitsgrad der Abfahrt „medium“ betrüge. Nach einem netten Spaziergang durch einen kleinen Wald und einem doch ziemlich steilen Endanstieg erreichten wir schließlich gegen halb 12 das erste Schneefeld. Eigentlich hätte es mir (Hille) noch sehr getaugt bis zum großen massiven Eisfeld etwas weiter oben weiter zu klettern, aber am Ende habe ich mich doch dafür entschieden, dass normale Trekkingschuhe für die Querung eines relativ steilen, eisigen Schneefeldes nicht die beste Ausrüstung sind. Die Aussicht auf die Stadt und den Beagle-Kanal (benannt nach Darwin’s Schiff, der Beagle, haha) waren trotzdem wundervoll. Als wir gegen Mittag abstiegen kamen uns dann scharenweise andere Touristen entgegen. Was machen die Leute dort eigentlich alle bis Mittag??? Am Nachmittag mussten wir die bis dahin schwierigste Entscheidung treffen. Sollen wir eine 50-Euro Pinguintour machen oder nicht? Wir entschieden uns dagegen, weil das ja in Punta Arenas auch angeboten wird. Laut lonely Planet wesentlich günstiger. Im Nachhinein war das wohl ein Fehler :-)
Um 5 Uhr früh gings am Montag dann los nach Punta Arenas. Das Ticket für den Bus konnten wir glücklicherweise am Tag vorher noch kaufen. Glücklicherweise, weil der Tag vor Montag meistens Sonntag ist und die Arbeitsmoral am Sonntag auch in Argentinien etwas zu wünschen übrig lässt. Aber wer denkt im Urlaub schon über Wochentage nach??? Eine Agentur hatte dann doch offen. Also: 5 Uhr Start mit dem Bus, 8 Uhr Ankunft in Rio Grande, umsteigen, 9.30 Weiterfahrt, ca. 10.30 Ankunft argentinische Grenze (Ausreise), ca. 11.20 Weiterfahrt, 11.40 Ankunft chilenische Grenze, 13.10 Weiterfahrt (unser gesamtes Gepäck wurde durchleuchtet und genau auf Lebensmittel kontrolliert, zum „Schutz der chilenischen Flora und Fauna“), 17.30 Ankunft in Punta Arenas. Klingt jetzt lange, war aber im Endeffekt recht kurzweilig, da spannende Grenzaufenthalte und ein sagenhaftes Unterhaltungsprogramm im Bus. Zuerst gab es Kaffee und Sandwich, dann eine rumpelnde Schotterpiste, dann ein Latinokonzert im TV und am Ende noch zwei 70er Jahre Folklore-Mexiko-Western in denen Peter Alexander auch gut ausgesehen hätte. Das Beste war aber die Überfahrt mit der Fähre über die Magellanstraße. Der Wind hätte uns fast über Bord geweht und wir konnten Delfine und in der Ferne sogar Pinguine sehen. In Punta Arenas fanden wir dann trotz 2 geschlossener Touristeninformationen ein nettes kleines Hostel in dem wir sogar ein Doppelzimmer hatten.
Highs und Lows in Ushuaia:
Highs: Die Verkehrssituation hat uns sehr positiv überrascht: die Argentinier bleiben doch tatsächlich bei Rot stehen und hupen nicht vor, nach oder während jeder Lenkradbewegung. Da sind wir aus Nepal (und Italien) anderes gewohnt. Weiteres High: die Landschaft. Es ist dort wirklich wunderschön, jeder sollte mal dorhin!
Lows: Die Preise. Teilweise sehr hoch, insgesamt würde ich sagen in etwa auf unserem Niveau (damit hatten wir nicht gerechnet). Besonders unverschämt: die Überfahrt nach Puerto William in Chile (1,5 Stunden Bootsfahrt) hätte uns für die einfache Strecke fast 100 Euro gekostet. Schade, dort wären wir eigentlich gerne hin. Weiteres Low: Die Sprache. Hier sprechen ja alle Spanisch! :-)

Hier noch ein Paar Bilder:
Sonnenaufgang am Ende der Welt


Am Lago Roca, Tierra del Fuego Nationalpark

Am Glacier Martial, natürlich dachten wir nur an Knut (siehe Kommentare letzter Blogeintrag)


Aussicht auf Ushuaia und den Beagle-Kanal


Ach wirklich?


Das Hexenhaus von Ushuaia, da wohnt die Hexe aus Hänsel und Gretel

Mistkübel auf Argentinisch

Freitag, 25. März 2011

Endlich angekommen

Nach 32 Stunden Anreise sind wir nun endlich in Ushuaia angekommen, der südlichsten Stadt der Welt. Die Reise an sich verlief relativ problemlos, zunächst die Sperre der S-Bahn in Wien (eine halbe Stunde später und wir wären nicht mehr zum Flughafen gekommen), dann weite Wege in Frankfurt, eine etwas ungemütlichere Nacht im Flugzeug und nicht zu vergessen die Spannung in Buenos Aires ob es unser Gepäck auch tatsächlich geschafft hat in Frankfurt umzusteigen. Es hats geschafft. :-)
Nun sind also in Ushuaia in einem netten kleinen Hostel und trinken mit einer netten älteren Schwedin unser erstes südamerikanisches Bier (Isenbeck Premium Argentina). Generell sind wir doch etwas geschafft und werden uns daher kurz halten heute. Ausführliche Infos gibts dann bald!

Dienstag, 22. März 2011

test

dies ist ein test

1, 2, 3 test


und ende