Nach fast einer Woche finden wir nun endlich wieder die Zeit unseren zahlreichen Fans von unseren Erlebnissen zu berichten. Wir sind derzeit in Punta Arenas im Süden von Chile und genießen ein paar ruhigere Stunden. Aber der Reihe nach:
Wie bereits berichtet sind wir gut in Ushuaia angekommen, waren aber am ersten Abend ziemlich geschafft von der Anreise. Trotzdem sind wir am nächsten Morgen schon wieder um 6 aufgestanden. Ein netter junger Spanier aus dem Hostel hatte nämlich eine Mitfahrgelegenheit in den nahegelegenen Nationalpark organisiert und brauchte noch Begleiter. Die Gelegenheit nahmen wir natürlich gerne wahr und so konnten wir uns am Ende der Ruta 3, einer Straße die bis nach Buenos Aires (ca. 3000 km entfernt) und noch weiter geht, den Sonnenaufgang ansehen. Sehr romantisch, wenn auch ziemlich kalt. Netter kleiner Nebeneffekt: Wer vor 9 Uhr in den Park geht zahlt keinen Eintritt, da die Parkwächter noch schlafen :-) Nach ein paar Wanderstunden wollten wir gegen Mittag wieder zurück zum Eingang des Nationalparks, wo unser Taxi wartete. Das gestaltete sich als schwieriger als erwartet, da der öffentliche Bus nicht wie versprochen kam und die ganzen Touristenbusse uns natürlich nicht unbedingt mitnehmen wollten. Nach fast einer Stunde hatten dann 2 Männer im Geländewagen Mitleid und nahmen uns die ca. 6 bis 8 km bis zum Ausgang mit. Den Nachmittag verbrachten wir mit Einkaufen und Infos sammeln was man denn so tun könnte dort unten.
Tags darauf bestiegen wir den in Sichtweite gelegenen Glacier Martial. Um 8 wollten wir frühstücken, um halb 9 aufbrechen, im Endeffekt haben wir bis 9 gefrühstückt und waren um halb 10 dort. Man beachte: trotzdem waren wir, mit wahrscheinlich beachtlichem Vorsprung die ersten aus dem Hostel, die aufgestanden sind. Generell war das Publikum dort eher der rumlungernden Natur. Vor allem eine Gruppe Israelis (2 davon in unserem Zimmer) schien das Hostel noch nie von außen gesehen zu haben. Am Fuße des Gletschers hätten wir die Gelegenheit gehabt einen Sessellift zu benutzen um die Strapazen 2-stündigen Aufstieges zu erleichtern. Aber als stolze Alpenbewohner hatten wir selbstverständlich nur ein verächtliches Lächeln für dieses Angebot übrig und gingen zu Fuß. Der Grund des Sesselliftes ist im Übrigen eine Skipiste, die sich dort hinunterschlängelt. Wobei das Wort Skipiste etwas schmeichelhaft ist, denn ohne anschieben kommt man da nur schwer hinunter. Trotzdem warnte uns an der Bergstation ein Schild, dass der Schwierigkeitsgrad der Abfahrt „medium“ betrüge. Nach einem netten Spaziergang durch einen kleinen Wald und einem doch ziemlich steilen Endanstieg erreichten wir schließlich gegen halb 12 das erste Schneefeld. Eigentlich hätte es mir (Hille) noch sehr getaugt bis zum großen massiven Eisfeld etwas weiter oben weiter zu klettern, aber am Ende habe ich mich doch dafür entschieden, dass normale Trekkingschuhe für die Querung eines relativ steilen, eisigen Schneefeldes nicht die beste Ausrüstung sind. Die Aussicht auf die Stadt und den Beagle-Kanal (benannt nach Darwin’s Schiff, der Beagle, haha) waren trotzdem wundervoll. Als wir gegen Mittag abstiegen kamen uns dann scharenweise andere Touristen entgegen. Was machen die Leute dort eigentlich alle bis Mittag??? Am Nachmittag mussten wir die bis dahin schwierigste Entscheidung treffen. Sollen wir eine 50-Euro Pinguintour machen oder nicht? Wir entschieden uns dagegen, weil das ja in Punta Arenas auch angeboten wird. Laut lonely Planet wesentlich günstiger. Im Nachhinein war das wohl ein Fehler :-)
Um 5 Uhr früh gings am Montag dann los nach Punta Arenas. Das Ticket für den Bus konnten wir glücklicherweise am Tag vorher noch kaufen. Glücklicherweise, weil der Tag vor Montag meistens Sonntag ist und die Arbeitsmoral am Sonntag auch in Argentinien etwas zu wünschen übrig lässt. Aber wer denkt im Urlaub schon über Wochentage nach??? Eine Agentur hatte dann doch offen. Also: 5 Uhr Start mit dem Bus, 8 Uhr Ankunft in Rio Grande, umsteigen, 9.30 Weiterfahrt, ca. 10.30 Ankunft argentinische Grenze (Ausreise), ca. 11.20 Weiterfahrt, 11.40 Ankunft chilenische Grenze, 13.10 Weiterfahrt (unser gesamtes Gepäck wurde durchleuchtet und genau auf Lebensmittel kontrolliert, zum „Schutz der chilenischen Flora und Fauna“), 17.30 Ankunft in Punta Arenas. Klingt jetzt lange, war aber im Endeffekt recht kurzweilig, da spannende Grenzaufenthalte und ein sagenhaftes Unterhaltungsprogramm im Bus. Zuerst gab es Kaffee und Sandwich, dann eine rumpelnde Schotterpiste, dann ein Latinokonzert im TV und am Ende noch zwei 70er Jahre Folklore-Mexiko-Western in denen Peter Alexander auch gut ausgesehen hätte. Das Beste war aber die Überfahrt mit der Fähre über die Magellanstraße. Der Wind hätte uns fast über Bord geweht und wir konnten Delfine und in der Ferne sogar Pinguine sehen. In Punta Arenas fanden wir dann trotz 2 geschlossener Touristeninformationen ein nettes kleines Hostel in dem wir sogar ein Doppelzimmer hatten.
Highs und Lows in Ushuaia:
Highs: Die Verkehrssituation hat uns sehr positiv überrascht: die Argentinier bleiben doch tatsächlich bei Rot stehen und hupen nicht vor, nach oder während jeder Lenkradbewegung. Da sind wir aus Nepal (und Italien) anderes gewohnt. Weiteres High: die Landschaft. Es ist dort wirklich wunderschön, jeder sollte mal dorhin!
Lows: Die Preise. Teilweise sehr hoch, insgesamt würde ich sagen in etwa auf unserem Niveau (damit hatten wir nicht gerechnet). Besonders unverschämt: die Überfahrt nach Puerto William in Chile (1,5 Stunden Bootsfahrt) hätte uns für die einfache Strecke fast 100 Euro gekostet. Schade, dort wären wir eigentlich gerne hin. Weiteres Low: Die Sprache. Hier sprechen ja alle Spanisch! :-)
Hier noch ein Paar Bilder:
Sonnenaufgang am Ende der WeltAm Lago Roca, Tierra del Fuego Nationalpark
Am Glacier Martial, natürlich dachten wir nur an Knut (siehe Kommentare letzter Blogeintrag)
Aussicht auf Ushuaia und den Beagle-Kanal
Ach wirklich?
Das Hexenhaus von Ushuaia, da wohnt die Hexe aus Hänsel und Gretel
Mistkübel auf Argentinisch







Vielen dank für superschöne Ausblickbilder aus der Martialgletscher :-) Der Mistkübelphoto ist auch imposant! Ist es wegen die Ratten?
AntwortenLöschenKnut
Also das Foto vom Sonnenaufgang ist echt der Hammer - *auchdortseinmag* :-)
AntwortenLöschenHille mit kurzen Haaren,
AntwortenLöschenwann gabs das zuletzt ?
viel Spaß & mehr Erfolg beim Schnäppchensammeln
:-P