Dieser Beitrag wurde am 08.04. verfasst, wegen internet und so gibts ihn erst jetzt.
Gerade sitzen wir im Bus nach El Chalten und fahren direkt in den Sonnenaufgang hinein. Superromantisch! Der Tag nach der Rückkehr aus dem Nationalpark Torres del Paine war von erfolglosen Autostoppversuchen und einem ziemlich relaxten Nachmittag geprägt. Abends ließen wir uns dann bis Mitternacht Reisetipps von einem entzückenden südkoreanischen Pärchen (Suk und Sehwa) geben, das seit fast einem Jahr auf Weltreise ist und das wir bereits vorher im Hostel kennengelernt hatten. Gestern Mittag kamen wir schließlich sicher in El Calafate (Argentinien) an. Besonderes highlight dieser Fahrt war die argentinische Grenze, wo ein netter junger Grenzpolizist saß, der ohne jeden Zweifel der kleine Bruder von Marshall Ericson aus „How I met your mother“ hätte sein können. Anja war da anderer Meinung, aber wir wissen wohl alle wer das bessere Personengedächtnis hat :-) Nach langer Kostenkalkulation entschieden wir uns zusammen mit einem netten belgischen Pärchen (Diew und Maarten) und einer Amerikanerin (Jenna) einen VW Gol (Gol, nicht Golf, der heißt wirklich so) zu mieten um heute den berühmten Perito Moreno Gletscher zu bewundern. Im Hostel lernten wir dann auch noch einen Franzosen (Niko) kennen, der auch gerne mitkommen wollte. Was nun? Einzige Möglichkeit war der Kofferraum, der entweder geräumiger war als er aussah oder Niko ist ein Schlangenmensch. Jedenfalls gelangten wir dank Anjas außergewöhnlicher Fahrkünste sicher an den Gletscher und sparten uns sogar einmal die Eintrittsgebühr, weil der Ranger nicht auf die Idee kam im Kofferraum nach blinden Passagieren zu suchen :-) So ein Idiot, hihi.
Der Perito Moreno verdient zu Recht das Attribut atemberaubend. Zwar ist dort alles ziemlich auf den Massentourismus ausgelegt aber dank der frühen Stunde waren nur sehr wenige Menschen dort. Ich schätze man kann bis auf etwa 200 Meter an den Gletscher herangehen und ihm beim „kalben“ zuschauen (für alle Nichtalpinisten: das ist das herausbrechen von kleinen oder großen Eisbrocken aus der Gletscherzunge. Diese Brocken fallen dann ins Wasser des sich dort befindlichen Sees oder Meeres und versenken gelegentlich Schiffe, Titanic und so). Auch wenn die Brocken teilweise sehr klein ausschauten, das Geräusch das deren Herausbrechen aus dem Eis und dem Aufprall auf dem Wasser folgt ist stets gewaltig. Die Gletscherzunge ist wohl an die 50 Meter hoch, laut Prospekt 5 km breit und teilweise so blau wie in einem kitschigen Eisprinzessinnenfilm. Ein spektakulärer Anblick, ich hoffe die Fotos können das in etwa wiedergeben. Aber es ist halt doch nur ein Gletscher. Nach 2 Stunden hatten wir 6 genug gestaunt und fuhren zurück nach El Calafate, wo wir nach kurzer aber recht intensiv geführten Diskussionen über den potentiellen und tatsächlichen Benzinverbrauch eine kleine Ermäßigung bekamen und das Auto zurückgaben. Nachmittags gönnten wir uns unser allererstes auswärtiges Essen (ein Sandwich) und trafen unverhofft Gian (der Schweizer aus dem Nationalpark) wieder, den es auch hierher verschlagen hatte. Am Abend hatten wir dann ein gemeinsames Abendessen mit Kaiserschmarrn und Apfelmus. Ich würde sagen es kam mittelmäßig bis sehr gut an. Besonders Agus, ein stets lächelnder und gut aufgelegter Katalane, der sich mit der englischen Sprache aber recht schwer tut (gute Übung für uns!) schien begeistert zu sein. Wir sind nun sehr gespannt ob es uns gelingt in den nächsten Tagen wieder nach Chile überzusetzen und die berühmte Carretera Austral Richtung Puerto Montt hochzustoppen. Ist in der Nebensaison kein leichtes Unterfangen :-) Ich hoffe ihr bleibt uns treue Leser, bis zum nächsten Eintrag wird’s wohl noch etwas dauern. Bzw. wenn ich kein Internet finde auch mit diesem hier, aber wenn ihr das lesen könnt hab ich wohl eins gefunden :-)
Highs und Lows in El Calafate:
Highs: Perito Moreno. Einfach atemberaubend. Das Wetter: endlich war es mal nicht so kalt und windig und sogar die Sonne hat sich des Öfteren gezeigt. So kann es weitergehen.
Lows: Bis 4 Uhr früh Party machende Israelis in unserem Hostel, wenn wir um halb 7 wieder auf müssen.
Anja beim Autofahren, sehr verantwortungsbewusst :-)
Perito Moreno Gletscherzunge
Kante des Gletschers wo die Eisbrocken abbrechen
V.l.n.r.: Maarten, Jenna, Diew, Niko, Anja, Hille (keine Garantie auf orthografische Korrektheit der Namen)








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