Mittwoch, 13. Juli 2011

Der Weg nach Peru


Als wir aus Rurrenabaque zurück kamen waren wir voller Unternehmungsgeist. Von zwei Gruppen älterer Männer, eine aus Polen und eine aus Österreich, angestachelt, wollten wir unser Glück versuchen und den Huayna Potosi mit seinen 6088 Metern besteigen. So verbrachten wir den 11. Juni, Samstag, damit, eine erschwingliche Tour auf diesen Gletscher zu finden. Es dauerte lange bis wir uns dazu durchringen konnten den geforderten Preis zu bezahlen, aber es winkten uns Ruhm und Ehre, sollten wir es schaffen. Am Nachmittag hatten wir noch etwas Zeit bevor wir uns wieder bei Martin und Sisi einquartieren durften. Diese verbrachten wir im netten, kleinen Kokamuseum, welches die Geschichte dieser zu Unrecht verteufelten Pflanze, ihre Wirkung und unerwünschte Wirkungen und vor allem die Falschheit der westlichen Gesellschaft (zuerst wurde sie als Wunderpflanze betrachtet, dann zum Grund für die Armut in Südamerika erklärt) gut illustriert, wie wir meinen.

Früh morgens am folgenden Sonntag ging es dann los. Die Tour begann schon einmal schlecht, denn das bereit gestellte Equipment passte natürlich nicht und Ersatz musste erst geholt werden. Dann brachte uns ein Minibus zum Startpunkt auf etwa 4700 Metern, wo wir unseren Guide kennenlernten und die Rucksäcke packten. Nach kurzem Mittagessen begann der beschwerliche Aufstieg zum Campo Alto auf 5130 Metern Seehöhe. Mit unserem Guide hatten wir nicht das beste Los erwischt, er sprach kaum ein Wort und legte ein Tempo vor, dem wir aufgrund der Höhe, dem schweren Gepäck (er hatte ja nur einen kleinen Rucksack) und dem Geröll über das der Weg führte, nicht folgen konnten. Die letzten 10 Minuten ließ er uns sogar ganz allein und ging voraus mit der Ausrede er müsse Wasser kochen und prompt gingen wir den falschen Weg und mussten die letzten Meter fast klettern.

Der mächtige Huayna Potosí

 Das Basislager für den Gipfelsturm

Die Nacht im Schutzhaus war nicht unsere beste. Es war sehr kalt (-10°C), schlafen konnten wir kaum und um Mitternacht standen wir bereits für den Gipfelsturm auf. Wir fühlten uns nicht besonders gut, beschlossen aber trotzdem den Aufstieg zu versuchen, legten die Steigeisen an und gingen um etwa halb 2 Uhr morgens los. Leider kamen wir nicht weit, Anja wurde ziemlich höhenkrank und ihr war sehr schlecht. So beschlossen wir auf einer Höhe von etwa 5400 Metern umzukehren. Ein sehr frustrierendes Gefühl nicht zu schaffen was man sich vorgenommen hat und die Kommentare vom Guide trugen nicht unbedingt zu einer positiven Veränderung der Stimmung bei. Insgesamt hatten wir das Gefühl, er hatte gar keine Lust uns auf den Gipfel zu bringen, sondern war froh darüber, dass er so noch etwas länger schlafen konnte. 
Wir versuchten auch noch etwas zu schlafen, aber Anja ging es sehr schlecht und am Ende waren wir froh als es gegen 10 Uhr morgens endlich wieder hinunter ging. In der Agentur hatten wir extra vorher nachgefragt ob es ein Problem sein könnte, dass wir die letzten 3 Tage in Rurrenabaque auf lediglich 200 Metern verbracht hatten, was dort aufs Heftigste verneint wurde, aber wir hätten es besser wissen können und müssen und dass die Reiseagentur nur darauf aus ist uns die Tour zu verkaufen war eigentlich auch klar. Wenigstens sind wir jetzt um eine Erfahrung reicher und kennen unsere Grenzen. Unser Versuch meine Eltern zu übertrumpfen blieb also am Ende ein solcher und unser Respekt dafür, dass sie den Kilimanjaro bezwingen konnten wuchs noch einmal ein ganz schönes Stück.

Zurück in La Paz, das an diesem Tag von Straßenblockaden und einem Streik der Fuhrunternehmer gepeinigt wurde (darum mussten wir auch Schleichwege zurück in die Stadt nehmen) hatten wir keine Lust zu gar nix und weil Martin uns Sisi so nett waren uns noch einmal ihr Appartement zur Verfügung zu stellen, spannten wir so richtig aus.

Langsam wurde es Zeit Bolivien lebe wohl zu sagen und Richtung Peru aufzubrechen. Zum Abschied bereiteten uns Martin und Sisi noch ein leckeres Frühstück mit Pfannkuchen und Ahornsirup zu und wir fühlten uns ob dieser immensen Gastfreundschaft fast schon unwohl. Ein micro brachte uns anschließend zum Friedhof, von wo die Busse nach Copacabana am Titicacasee aufbrechen. Bereits als wir ausstiegen brüllte uns ein Ticketverkäufer: „Copacabana!! Copacabana!!!“ entgegen und weil der Preis in Ordnung war kauften wir gleich unsere Fahrkarten.
Eigentlich hätte der Bus dann um 11 starten sollen, aber der äußerst coole Busfahrer, der stets seinen Pullover etwas lüftete um sich die Sonne auf seinen hübschen Bierbauch scheinen zu lassen meinte es wären noch zu wenig Fahrgäste und deshalb fiel der Bus um 11 halt aus und es ging erst um halb 12 los. Nach etwa drei Stunden Fahrt breitete sich schließlich der tiefblaue Titicacasee vor uns aus. Dann hieß es plötzlich aussteigen, denn die Straße war zu Ende. Ein sehr netter Herr erklärte uns dass der Bus hier über den See setzen müsse und die Fahrgäste mit kleinen Booten separat über den Kanal gebracht würden. War echt interessant mit anzusehen wie der riesige Bus auf ein nur etwa gleich großes Floß verladen und über den See geschippert wurde. 

 Bus auf Floß übern Titicacasee

Auf der anderen Seite gings dann weiter bis Copacabana.
Dieses Städtchen ist wirklich recht hübsch, sehr touristisch zwar aber auch gemütlich. Zufällig trafen wir zwei aus unserer Pampa-Gruppe wieder, die uns ihr Hostel empfahlen (wir kriegten das Zimmer dann sogar billiger, harhar). Es war später Nachmittag und wir wollten noch etwas vom Ort sehen, also zogen wir los, aßen leckeren Fisch aus dem See und ich kam endlich in den Genuss einer schönen Kathedrale im maurischen Stil. Zum Sonnenuntergang bestiegen wir den Cerro Calvario (mal wieder ein Stationsweg), einen Hügel am Rande der Stadt. Obwohl er nicht besonders hoch ist, schnauften wir ganz schön, denn der Titicacasee liegt immerhin schon auf 3810 Metern.

Die Kathedrale von Copacabana (endlich eine Kirche!!)

Copacabana von oben

 Sonnenuntergang am Titicacasee

Als wir am nächsten Tag auf der Suche nach einem Frühstück durch die Straßen von Copacabana gingen lief uns doch tatsächlich schon wieder Agus (der Katalane, siehe diverse andere Posts) über den Weg. Er hatte gerade zwei Wochen bei einer Aymara-Familie auf der Isla del Sol gelebt und war, wie immer, begeistert. Sein Weg führte ihn ebenfalls nach Peru und wir verabredeten uns auf ein Bier in Cusco, das wir aber leider nie zustande brachten.

Kurz darauf bestiegen auch wir ein Boot, das uns zu jener Insel im See bringen sollte, die so sagenumwoben ist und als der Ort gilt, an dem die Inkas erschaffen wurden. Dass wir jemals dort ankommen würden hätten wir uns am Beginn dieser Fahrt kaum vorstellen können so elendig langsam tuckerte der mit Touristen angefüllte Kahn vor sich hin. Nach über 2 Stunden legten wir schließlich doch im Norden der Insel an und wurden gleich von einem einheimischen Guide in Empfang genommen. Er führte uns in ein kleines, gebührenplichtiges Museum mit Artefakten und Fundstücken aus der versunkenen Stadt Marka Pampa und erzählte allerhand über die Geschichte der Insel. Die Inkas, die mit der Isla del Sol ja hauptsächlich in Verbindung gebracht werden, spielten rein historisch hier nur eine Nebenrolle, da sie gerade einmal etwas mehr als 100 Jahre die dominierende Kultur waren. Die etwa 10 000 Jahre zuvor wurden von den Prä-Inka-Kulturen der Tiwanaku und einer noch älteren (Name vergessen!) geprägt, die auch sämtliche der unzähligen Terrassen für den Ackerbau anlegten.

Isla del Sol


 Anschließend ging es weiter einen Hügel hinauf zum Hauptheiligtum der Inkas und ihrer Vorgängerkulturen, den Chincana-Komplex mit dem Heiligen Felsen. Hier soll der Geburtsort der Sonne und des ersten Inka Manco Capac liegen. Mit genügend Fantasie konnte man einen Puma im Felsen erkennen, von dem der See seinen Namen hat: Titi = Puma, Caca = Fels. Übrigens sollte man Titicaca eher als Titichacha mit hartem ch aussprechen, da der Name Quechua ist und Caca im Spanischen einfach nur „Scheiße“ bedeutet. Bis auf den Felsen, wo neben dem Puma auch der bärtige Gott Viracocha zu sehen sein soll gab es noch einen Zeremonienplatz und die Ruinen einer alten Inka-Anlage (wohl auch etwas Zeremonielles). Von den sieben Toren, die der Guide mehrmals erwähnte oder sonstigen spirituellen Anlagen war nichts mehr zu sehen. Nachdem wir ihm schließlich sein festgelegtes „Trinkgeld“, auf das er peinlich genau bestand, gegeben hatten, machten wir uns auf den Weg in den Süden der Insel.

 Inka-Ruinen von Innen

Opferaltar oder so. Ob der noch original ist darf bezweifelt werden.

Wir hätten uns eigentlich noch zahlreiche Ruinen erwartet, zumal diese Insel ja eine so herausragende Bedeutung in der Geschichte dreier Kulturen spielte. Stattdessen gab es nur zwei weitere Ticketschalter, wo für den mittleren und den südlichen Teil der Insel Eintritt bezahlt werden durfte. Die Landschaft ist zwar wunderschön, der See wahnsinnig blau und das Wetter war auch gut, trotzdem waren wir etwas enttäuscht. Zum einen weil die ganze Insel supertouristisch und wenig authentisch ist, zum anderen hatten wir uns einfach mehr Geschichte, mehr alte Steine und Ruinen erwartet, gerade weil diese Insel kulturell so bedeutend war. Unser lonely planet empfahl übrigens eine Übernachtung auf der Insel um die lokale Wirtschaft zu unterstützen, aber als wir gegen Ende unserer 3 stündigen Wanderung den Hauptort Yumani erreichten, glaubten wir im falschen Film zu sein. Ein schickes Hotel stand neben dem anderen und dutzende Restaurants säumten die Straße. Eine Übernachtung hier hätte wohl nur wieder jenen, die eh schon was haben etwas gebracht und so waren wir froh uns für eine Tagestour entschieden zu haben.

Aussicht vom Südteil der Insel

Nach sehr langen 1,5 Stunden Bootsfahrt waren wir zurück in Copacabana, holten unsere Sachen im Hostel ab und wollten uns eigentlich wegen einem Busticket nach Puno in Peru umschauen. Der Rezeptionist meinte dann aber, dass die Grenze blockiert sei, wir heute also nicht weiter kämen und ob wir nicht gleich noch eine Nacht länger bleiben wollten. Weil er es mit der Wahrheit beim Ticketpreis auf die Isla del Sol aber schon nicht so genau genommen hatte, wollten wir uns erst selbst ein Bild der Lage machen und wurden zum Dank mit einem hämischen „See you later!“ verabschiedet. Da waren wir aber gehörig anderer Meinung.

Wie sich herausstellte hatte er aber mit der blockierten Grenze nicht ganz Unrecht, denn Busse nach Puno gab es keine mehr. Stattdessen wurden wir angesprochen ob wir nicht ein Taxi bis zur Grenze haben wollten, wo angeblich ein Bus warten würde, der uns nach Puno bringe. Nach einigem Zögern willigten wir ein und schon raste der Taxifahrer Richtung Grenze. Wir wussten nicht genau was los war. Offensichtlich gab es auf der peruanischen Seite Probleme mit Straßenblockaden und Protesten, davon hatten wir bereits in La Paz gehört, dachten aber, die hätten sich mittlerweile wieder gelegt. Dem war auch so, bis zu jenem Mittwoch, dem 15. Juni. An der Grenze meinte der Taxifahrer wir sollten noch mit dem Stempeln der Pässe warten und hing pausenlos am Telefon. Irgendetwas geschah wohl auf der anderen Seite.

Die Situation wurde immer unübersichtlicher und wir wussten nicht so recht was los war. So kamen wir mit den drei Briten, die auch im Taxi saßen ins Gespräch und berieten was nun zu tun sei. Endlich kam der Taxifahrer zurück mit neuen Nachrichten. Die Straße nach Puno sei blockiert, aber wir könnten über die Grenze nach Yunguyo, dort ein Hostel beziehen und um 3 Uhr nachts mit dem Bus weiter fahren, denn da würden die Blockierer zu Hause schlafen. Das klang sehr abenteuerlich, aber wir wollten nicht wieder zurück nach La Paz und waren ja sowieso auf Abenteuer aus und so willigten wir schließlich ein.

Im Hostel teilten wir uns das Zimmer mit den sehr netten Briten aus unserem Auto, die es allerdings vorzogen wach zu bleiben anstatt ein paar Stunden zu schlafen so wie wir. Um halb 3 Uhr früh ging es dann los. Ein ganzer Bus voller Touristen machte sich auf den Weg. Der erste Teil des Weges verlief noch ohne Probleme aber nach einiger Zeit kamen wir an eine Blockade, wo auch mitten in der Nacht noch Leute ausharrten und uns die Weiterfahrt verwehrten. Es dauerte ein paar Stunden und bedurfte wohl einigen Verhandlungsgeschicks der Fahrbegleiter bis wir endlich weiter fahren durften. Weit kamen wir nicht. Bereits kurze Zeit später blieben wir wieder stecken, dieses Mal für unbestimmte Zeit. Die Sonne ging bereits auf und wir wussten nicht was los war, hatten weder Wasser noch was zu Essen und konnten nichts tun als warten. 

Nach ein paar Stunden schließlich verloren ein paar der Fahrgäste die Geduld und bestanden darauf auszusteigen, was uns bis dahin untersagt war. So ging ich mit 3 anderen Touristen nach vorne zur Blockade und versuchte mit den Blockierern ins Gespräch zu kommen. Wie mir zwei sehr freundliche Männer erzählten sei der Grund für die Proteste der Verkauf einer oder mehrerer Goldminen in der Gegend an ausländischen Konsortien und das ohne die lokale Aymara-Bevölkerung zu fragen bzw. sie in den Prozess zu involvieren. Die Leute befürchten nun massive Belastungen von Umwelt und Trinkwasser und wirtschaftliche Nachteile für die Bevölkerung bzw. die Minenarbeiter. Eine Situation die ich durchaus nachvollziehen konnte.

Erst das Erscheinen der Touristen an der Blockade schien Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Die Blockierer waren wohl ein recht unorganisierter Haufen ohne Anführer, die sich aber sehr für die Herkunft der Touristen interessierten. Bald wurden Stimmen laut, die uns eine Weiterfahrt in Aussicht stellten, denn Touristen können ja nun wirklich nix für die Situation. Kurze Zeit später saßen wir wieder im Bus und fuhren in Richtung der Steine, die die Fahrzeuge an der Weiterfahrt hinderten. Alles sah gut aus, bis ein alter Mann mit Peitsche sich doch anders entschied und sich wild gestikulierend vor den Bus stellte. Also wieder nix. Aber anscheinend war es den Busbegleitern gelungen wenigstens den Weg über eine Seitenstraße frei zu verhandeln und so setzte der Bus einige 100 Meter zurück, um in diesen Weg einzubiegen.

Für den Bus war diese Entscheidung wohl nicht die beste, denn auch „Weg“ ist eine ziemliche Übertreibung für da wo wir entlang fuhren. Es gab mehr Schlaglöcher als Straße und die war voller Steine und stellenweise nur unwesentlich breiter als der Bus. Einmal mussten wir gar aussteigen, damit der Bus eine Steigung schaffte. Außerdem musste der Fahrtbegleiter mehrmals mit einem Besen ein zu tief hängendes Stromkabel hoch halten, damit der Bus darunter passte. Bei einer solchen Gelegenheit verfing sich das Kabel dann doch am Dach des Busses und wir durften miterleben wie der Stromanschluss des nächstgelegenen Hauses ziemlich unsanft aus der Wand gerissen wurde. Aber gerade diese unangenehme Episode gab mir die Gelegenheit zum Helden aufzusteigen, als ich mich anbot aufgrund meiner Körpergröße beim nächsten Mal das Kabel hochzuhalten. Danach gab es bei keinem Stromkabel mehr Probleme. :-) Außerdem machte ich mich dafür stark, dass die Passagiere für den Schaden am Haus aufkommen und veranstaltete eine kleine Spendensammlung unter den Fahrgästen. Nicht jeder hatte hundertprozentiges Verständnis dafür, aber das war mir egal. Das Geld übergab ich dann persönlich einem Mann, der sich uns (kostenpflichtig) als Guide für diesen Teil der Strecke zur Verfügung gestellt hatte und wohl in dem Dorf wohnte. Ich hoffe nur das Geld ist auch angekommen…

Held Hille beim Stromkabelhalten

Damit war unser Abenteuer aber noch lange nicht überstanden. Es folgten noch weitere 7 (andere zählten insgesamt 12) Blockaden, die wir zu überbrücken hatten. So ging exakt dasselbe Spiel immer wieder von vorne los. Eine „Delegation“ aus dem Bus (Hille inklusive) stieg aus und versuchte die Blockierer davon zu überzeugen uns durchzulassen. Häufigste Argumente dabei waren ein „gebuchter Flug“ der droht verpasst zu werden, dass wir ja nur arme Studenten seien und dass wir nur das Land kennenlernen wollten und für die Situation ja gar nix könnten. Die ersten zwei Blockaden waren leicht, die Leute sahen kein Problem darin für einen Bus voller Touristen eine Ausnahme zu machen. Während wir bei der ersten Blockade auf Durchlass warteten besorgte ich für den ganzen Bus Wasser, was mir noch mehr Ruhm und Ehre einbrachte.

Die "Delegation" inklusive Hille (der Große da) auf dem Weg zu einer Blockade. Das Foto wurde heimlich und unerlaubt gemacht! :-)
 
Dann wurde es aber zunehmend schwieriger. Die schlimmste für mich war die drittletzte, wo die Menschen wirklich unfreundlich, uneinsichtig und am Ende sehr herablassend waren. All unsere Versuche sie davon zu überzeugen uns durchzulassen scheiterten und als ein Mann begann nur mehr in Aymara zu sprechen und mir hämisch ins Gesicht lachte, verlor ich die Nerven und ging zurück in den Bus um zu verhindern, dass meine sämtlichen Kenntnisse in spanischen Schimpfwörtern zur Anwendung kommen. An dieser Blockade passierte es auch, dass sie den vorbeikommenden Motorrädern freie Fahrt zusicherten um sie dann doch anzuhalten und die Luft aus den Reifen zu lassen. Echt ungut und nicht unbedingt der Sache dienlich wie wir finden. Einerseits beschweren sie sich darüber, dass die Regierung sie schlecht behandelt und nicht zu Wort kommen lässt und sobald sie in einer gewissen Machtposition sind verhalten sie sich genauso. Am Ende meinten sie, sie würden uns durchlassen, wenn die Mädchen im Bus für sie tanzen würden. Wir fanden das echt unter aller Sau, aber einige Mädels aus dem Bus machten sich einen Spaß daraus und sangen und tanzten „Happy birthday“.

Ich war danach so grantig, dass ich bei der nächsten Blockade gar nicht mehr ausstieg, sondern andere das erledigen ließ. Nach einem weiteren „Happy birthday“ kamen wir auch recht schnell weiter. An der letzten Blockade hatte ich mich wieder gefasst und war wieder beim Verhandlungsteam dabei. Allerdings gab es hier einen sehr aggressiven Zeitgenossen, der gar nicht mit sich reden lassen wollte, mit seiner Peitsche drohte und verlangte, dass die Touristen wieder einstiegen. Irgendwie gelang es dem Busbegleiter dann doch uns durchzukriegen und so schafften wir es letztendlich nach Puno. Allerdings benötigten wir für die normalerweise 3,5 stündige Strecke schlappe 22 Stunden. Dennoch waren wir um eine Erfahrung reicher und ich besonders stolz, da ich offiziell von den Mädels weiter hinten im Bus zum Helden gekürt wurde. Eine kam sogar extra nach vorne um nach meinem Namen zu fragen und mir zu sagen wie froh sie sind jemanden wie mich im Bus zu haben. :-)
Der nächste Eintrag wird kürzer, versprochen :-)

Donnerstag, 7. Juli 2011

Rurrenabaque


Es war der 6. Juni als wir unserem geliebten La Paz den Rücken kehrten. Wir wollten außer dem Hochgebirge noch das zweite Gesicht Boliviens, die weite Ebene des Amazonasbeckens kennenlernen. Dieser von tropischem Klima, Regenwald und Sumpfgebieten geprägte Teil Boliviens macht über die Hälfte der Landesfläche aus, ist aber nur schwer zugänglich und wurde erst in den letzten Jahrzehnten vom Hochland aus besiedelt. Der Tag begann gut, ein Bus nach Villa Fatima (Abfahrtsort des Fernbusses) war schnell gefunden und der Lebensmittelmarkt dort entzückte uns ungemein.
Als wir aber in den Bus einstiegen verging uns das Lachen recht schnell. Von Semicamas („Halbbett“ – recht komfortable Sitze mit genügend Abstand zum Vordersitz) verwöhnt kamen wir mit diesem „normalen“ Bus nur schwer zurecht. Erschwerend kam außerdem noch hinzu, dass wir ausgerechnet in der letzten Reihe unsere Plätze hatten (zusammen mit 3 anderen Touristen), wo die Rückenlehne nicht verstellbar war. So litten wir die folgenden 20 (!!!!) Stunden an unbequemen Sitzen, Platzmangel, einer ständig labernden Australierin und den ganz hinten besonders gut spürbaren Schlaglöchern. Ich würde sagen, es war die ohne Zweifel schlimmste Busfahrt im Verlauf der bisherigen Reise.

Andererseits war die Fahrt aber auch sehr spektakulär. Was uns keiner sagte ist, dass die deathroad (siehe „La Paz“) zwar bis Yolosa (nahe Coroico) durch eine neue, asphaltierte Straße ersetzt wurde, aber eben nicht weiter. Von Yolosa (etwa 4 Stunden von La Paz entfernt) aus führt nach wie vor die alte Straße weiter gen Norden. Zwar verläuft sie nicht mehr steil bergab (wie die deathroad) sondern eben, dennoch schmiegt sie sich an einen Berghang, mit sehr steilem und tiefem Abgrund auf der anderen Seite und wegen dem Linksverkehr durfte unser Bus auch noch außen fahren. An manchen Stellen konnte selbst Anja, die ganz hinten auf der linken Seite im Bus saß die Straße nicht mehr sehen und starrte direkt in den kleinen Fluss der bis zu etwa 200 Meter unter der Straße entlang plättscherte. Besonders interessant waren jene Passagen an denen es Gegenverkehr gab und der Bus zurücksetzen musste. Allzu genau dachten wir unserer Nerven wegen aber nicht darüber nach ob der Busfahrer beim rückwärtsfahren die Straße jetzt sehen konnte oder nicht. :-) So ging es für weitere etwa 3 bis 4 Stunden weiter, wir passierten kleine Örtchen, die allein durch die Vorbeifahrt des Busses zur Gänze in Staub eingehüllt wurden, fuhren malerische, enge Schluchten entlang und fragten uns warum in aller Welt hier jemand leben wollen sollte. Erst als wir Caranavi (glaub ich) erreichten wurde die Straße besser, das heißt, die Straße blieb schlecht, aber zumindest mussten wir nicht ständig um unser Leben fürchten. Außerdem wurde es nun dunkel und zumindest sahen wir nicht mehr wo wir entlang fuhren.
Irgendwann früh am nächsten Morgen erreichten wir schließlich doch noch Rurrenabaque, den Startpunkt für mehr oder weniger alle Aktivitäten in der Gegend. Dementsprechend viele Tourveranstalter, Hotels und Restaurants fanden wir in diesem Örtchen vor. Nach relativ kurzem Suchen, etwas Glück (2 andere Touristen hatten den Flieger verpasst) und recht zähen Verhandlungen hatten wir unsere Pampatour gebucht und gleich darauf ging es los. Die Pampa ist eine sumpfige Graslandschaft, die sich besonders gut zum beobachten von Vögeln, Reptilien und anderen Tieren eignet und weil ich des Klimas und der Moskitos wegen nicht unbedingt in den Dschungel wollte (wäre die andere Möglichkeit gewesen) fuhren wir halt dorthin. Zunächst ging es im Jeep für 3 Stunden nach Santa Rosa, wo wir nach dem Mittagessen ins Boot umstiegen und den Rio Beni bis zu unserer Lodge fuhren. Mit unserer Gruppe waren wir auch bei dieser Tour nicht besonders glücklich, sie bestand aus 2 Iren, 3 Briten und einer Kanadierin und über die ganzen 3 Tage taten wir uns schwer in ein Gespräch mit ihnen einzusteigen. Die meiste Zeit wurden wir recht gekonnt ignoriert. Dafür war unser Guide, Juan Carlos, überaus supi. Man konnte ihm die Begeisterung für die Natur ansehen und spüren, dass ihm sein Job richtig Spaß machte.

Unterwegs im Boot auf dem Rio Beni

Bereits auf dem etwa 3-stündigen Weg zu unserer Pampa-Lodge (mit Bar und käuflich erwerbbarem kaltem Bier und besonders cool, einem Hausalligator, der sämtliche Essensreste auffressen durfte) bekamen wir etliche Alligatoren, Affen und Vögel zu Gesicht. Besonders Größe, Farbenfrohheit und Vielfalt der zahlreichen Kranicharten (vermutlich) begeisterte uns. Manche saßen auf Baumspitzen und beobachteten die Umgebung, bei anderen schaute nur der Kopf aus dem Wasser, bereit nach dem nächsten Fisch zu schnappen. Nur fotografieren ließen sich diese illustren Zeitgenossen mit unserer bescheidenen Kamera nicht besonders gut.

Dieser Kollege hier sprang uns fast ins Boot

Alligator beim Sonnenbad

Capybara oder Wasserschwein

 Süßer kleiner Affe

Als wir schließlich ankamen, bezogen wir unsere Betten im relativ sporadisch zusammengezimmerten Schlafsaal mit 8 Betten (also 1 Raum für jede Gruppe) und durften uns unsere Gummistiefel für den nächsten Tag reservieren. Für Anja gabs nur noch welche mit Loch, für mich zunächst gar keine :-) Danach genossen wir unser erstes, reichhaltiges Abendessen in der Pampa, bevor wir mit etwa 30 anderen Leuten den Sonnenuntergang von einer, ich würde sagen improvisierten Plattform hoch oben in einem Baum bewundern durften.

Unsere Pampa-Lodge

 Romantischer Sonnenuntergang, leider ohne Einsamkeit

Als die Wildnis bereits von Dunkelheit überzogen war, bestiegen wir noch einmal das lange, schmale, mit Klappsesseln ausgestattete Boot und fuhren in die Nacht hinaus. Es war einerseits etwas gruselig nicht genau zu sehen wo man hinfährt und darauf zu warten, dass ein leuchtendes Kroko-Auge (eigentlich sind es Alligatoren, aber Kroko klingt besser) neben uns aus dem Wasser auftauchte, andererseits war es aber auch spannend und sehr schön unter dem Sternenhimmel den Geräuschen des Flusses zuzuhören. Viele Krokodile bekamen wir nicht zu Gesicht, trotzdem genossen wir den nächtlichen Ausflug sehr.

Eine viel ruhigere Nacht als wir uns sie vorgestellt hatten später waren wir bereit für unsere Anakonda Suche. Juan Carlos chauffierte uns zur etwa 15 Minuten entfernten Anlegestelle, von wo aus wir durchs Gras wanderten, um so eine schwarz-gelbe Riesenschlange zu finden. Waren wir zunächst noch trockenen Fußes unterwegs, änderte sich bald die Bodenbeschaffenheit und wir wateten durch immer tieferes Wasser. Das Loch in Anjas linkem Stiefel verfehlte seine Wirkung nicht und so schwamm sie mehr als dass sie watete. Zum Glück hatte Juan Carlos früh morgens noch Stiefel Größe 45 (besser als gar nix) für mich auftreiben können, ansonsten hätte mich wohl das gleiche Schicksal ereilt, zumal meine teuren Marken-Trekkingschuhe schon recht eindeutige Auflösungserscheinungen (nach 2 Monaten!!!) aufwiesen. Anakonda fanden wir leider keine, ganz im Gegensatz zu einer anderen, israelischen Gruppe, deren Guide voller Stolz das arme Tier kopfüber in die Höhe hielt und mit allen Mädchen stolz ein Foto machte. Die mutigsten Männer der Gruppe trauten sich sogar selbst die Schlange mit ihren von Anti-Moskito-Mitteln vollgeschmierten Händen anzufassen und sich damit ablichten zu lassen. Wir waren von dem Spektakel eher angewidert und schauten so schnell wie möglich weiterzukommen. Durch mein Kopfschütteln und vor mich hin schimpfen aufmerksam gemacht, versuchte ein anderer Guide, mir zu erklären, dass sie der Schlange damit ja nicht weh tun würden und sie danach wieder ihre Wege gehen könne, dass ihr das Ganze Spaß macht wage ich aber dennoch heftigst zu bezweifeln. Juan Carlos sah das übrigens genauso, was uns sehr positiv stimmte. Anscheinend gibt es noch einige Menschen, die Freude an der Natur haben und nicht nur darauf aus sind jeden Touristenwunsch zu erfüllen.

Unterwegs auf der Suche nach Anakondas

Die Sonne stand schon sehr hoch als wir zurück zum Boot kamen und Anja endlich ihren Stiefel ausleeren konnte. Trotz des Misserfolges bei der Schlangensuche war die kleine Wanderung durchaus die Anstrengung wert gewesen.
Am Nachmittag wollten wir dann Piranhas fischen. Wir waren etwas von den Bildern, die der Film „Piranha“ (siehe „Von San Pedro de Atacama zurück nach Bolivien“) in unsere Gehirne gebrannt hatte vorbelastet, aber alle Sorgen stellten sich als unbegründet heraus. Die Art und Weise wie diese kleinen Biester aber auf das Fleisch am Angelhaken reagierten kann einen trotzdem nachdenklich machen. Kaum war nämlich der Haken mit einem kleinen Stück Steak daran im Wasser konnte man bereits die ersten Zuckungen von attackierenden Piranhas spüren und nach maximal einer Minute war der Köder auch schon wieder verschwunden. Juan Carlos entpuppte sich als erfahrener Fischer, denn er zog einen Piranha nach dem anderen ins Boot und durchbohrte deren Köpfe mit seinem Messer. Ich versuchte seine Taktik – kurzes ruckartiges anziehen wenn man glaubt eine Zuckung der Schnur zu spüren – zu kopieren, brachte damit aber eher Anja durch herumfliegende Angelhaken in Gefahr als Piranhas an Land. Am Ende gelang es mir schließlich doch noch einen dieser kleinen Fische zu erbeuten, allerdings hing der Kollege nicht am Haken, sondern wurde durch das kurze Anziehen an der Schnur an Bord geschleudert. Das Einfangen und aufschlitzen übernahm dann, feige wie ich bin, glücklicherweise Juan Carlos. Trotzdem landet dieser Fisch auf meiner Trophäenliste :-)

Hille voll Stolz und mit Piranha, der an der Schwanzflosse schon etwas angeknabbert war


 Auch wenn sie klein sind tut ein Biss wahrscheinlich trotzdem ziemlich weh :-)

Kurz vor Sonnenuntergang oder 8 Piranhas (5 davon von Juan Carlos erlegt) später hatten wir kein Fleisch mehr übrig und fuhren darum zu einer kleinen Anlegestelle mit Fußballfeld und Bar um erneut den Sonnenuntergang zu erleben. Wir fanden diesen offensichtlich dem Zwecke der Geldbeschaffung wegen errichteten Ort nicht besonders prickelnd und beteiligten uns weder an Konsum noch Sport. Auch das Argument, wir würden durch unseren Konsum ja die Einheimischen unterstützen wollten wir nicht ganz gelten lassen, denn unser Geld würde kaum diejenigen erreichen, die es wirklich nötig haben. Unsere ablehnende Haltung dem Fußballspiel gegenüber hatte außerdem den positiven Effekt, dass wir nicht verschwitzt waren und von den doch zahlreichen Moskitos herzlich ignoriert wurden, was man von anderen Gruppenmitgliedern nicht behaupten konnte.
 
Zum Abendessen gab es dann Piranhas. Geschmacklich waren diese Fische jetzt keine Sensation und auch rein nährwerttechnisch wäre es wohl besser gewesen das Steak, das wir an sie verfütterten selbst zu essen, denn es war kaum ein Gramm Essbares an so einem Fisch auffindbar. Drei Viertel des Tieres sind Kopf und man fragt sich, wo das ganze Fleisch, das sie verputzen (angeblich brauchen sie etwa 30 Minuten um einen Kuhkadaver zu fressen) hingeht. Ein Abenteuer war es trotzdem und es gab neben den Piranhas ja noch genug anderes Futter. :-)

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war der nächste Programmpunkt. Dementsprechend früh starteten wir auch los, so früh, dass wir unsere Kamera gleich einmal vergaßen. Viel verpasst haben wir dadurch aber nicht, denn unser Ziel war einfach eine Wiese mit freiem Blick Richtung Osten, wo wir mit etwa 5 anderen Gruppen dem Aufstieg unseres Muttersterns zusahen. Interessanterweise begleitete uns nun auch wieder jener Engländer (Name vergessen), der zuerst ungewollt bei einer anderen Gruppe war, dann zu uns wechselte um danach 1 Tag und 2 Nächte „extremst“ krank zu sein (er musste in der ersten Nacht immerhin einmal aufs Klo, aß aber sämtliche Mahlzeiten normal mit). Dafür verantwortlich war seiner Meinung nach übrigens das Eis in dem Saftkrug, von dem er ein kleines Glas getrunken hatte (Anja und mir tat es nix) und deshalb hatte er dann kein Vertrauen mehr zu unserem Guide, weil ihm dieser gesagt hätte das Eis wäre aus gefiltertem Wasser. Man, man, man… :-)

Nach dem Frühstück folgte als letzte Aktivität das Schwimmen mit Flussdelfinen. Unsere Erwartungen waren eher gedämpft, warum sollten wild lebende Delfine mit vor Sonnencreme und Anti-Moskito-Mitteln triefenden Touristen schwimmen wollen? Es kam aber ganz anders. Als wir eine etwas breitere Stelle im Fluss erreichten entdeckten wir einige dieser weißen Säugetiere und schon bald waren wir in dem Wasser, in dem wir in den letzten Tagen Piranhas gefischt und Alligatoren beobachtet hatten. War schon spannend. Langsam kamen immer mehr Touristengruppen an und bald waren auch etliche im Wasser und schrien und kreischten durch die Gegend. Interessanterweise ließen sich die Delfine davon aber nicht abschrecken, sondern hatten sogar ihren Spaß daran einige Leute anzustupsen (leider nicht uns). Juan Carlos wollte nicht mit schwimmen, er meinte er müsste nach Krokodilen Ausschau halten, um uns vor diesen zu beschützen. Zum Thema Gesundheitsbewusstsein durften wir dann auf dem Rückweg eine weitere herrliche Geschichte miterleben. Die Kanadierin (Name vergessen) drehte sich plötzlich mit Zigarette in der Hand (!!) zu Juan Carlos um und sagte mit ernster Miene: „Ich hab vorhin beim Schwimmen unabsichtlich einen Schluck Wasser getrunken! Ist das gefährlich? Was soll ich denn jetzt machen?“ Wir mussten uns, genauso wie Juan Carlos, das Lachen etwas verkneifen. Rauchen beeinflusst anscheinend das Logikzentrum im Gehirn enorm. :-)

Am Nachmittag war die Tour dann leider schon wieder zu Ende. Wir wurden in Santa Rosa abgeliefert, nachdem unterwegs der Sprit ausging und sich Juan Carlos zwei Liter von einem anderen Boot schnorren musste. Ein Minivan brachte uns dann zurück nach „Rurre“. Diese Fahrt dauerte ewig, weil Felix, unser zuckersüßer Fahrer besonders besorgt um sein neues Auto und um die wertvollen Touristen war. So hielt er sich, wahrscheinlich als einziger überhaupt, peinlich genau an die Vorgaben (vermutlich vom Tourismusministerium oder so) nicht schneller als 40 zu fahren, wenn Touristen im Auto sind. Die anderen fanden das, auch aufgrund der defekten Klimaanlage ziemlich nervig, ich aber kam mit Felix ins Gespräch und er erzählte mir von seiner Zeit als Bauarbeiter in Spanien, wo alles so supi war, bis die Krise kam und er zurück nach Bolivien musste. Allerdings hat er noch zwei Kinder, die in der Schweiz arbeiten und die Hoffnung irgendwann nach Europa zurückkehren zu können. Und als wir schon gar nicht mehr damit gerechnet hatten kreuzte doch tatsächlich eine Anakonda direkt vor dem Auto die Straße. Leider war sie schon verschwunden als wir ausstiegen, dennoch hatten wir unser Schlangenerlebnis.
 
In Rurrenabaque hätten wir gerne noch einmal mit Juan Carlos geredet, denn er hatte uns eine private Dschungeltour in Aussicht gestellt, die wir gerne gemacht hätten. Leider kamen wir aber erst etwa eine Stunde nach allen anderen Fahrzeugen an und so verpassten wir ihn. Im Nachhinein erfuhren wir aber, dass er eh keine Zeit gehabt hätte. So beschlossen wir tags darauf zurück nach La Paz zu fahren, wieder im Bus. Dieses Mal aber waren wir schlauer und gingen zum zentralen Busbahnhof, um uns die Busse anzuschauen. Wie wir zu unserer Überraschung feststellen konnten gab es nämlich (entgegen der Auskünfte in La Paz) mehrere Busunternehmen, die diese Strecke bedienten und wie wir ebenfalls bald bemerkten war jenes, mit dem wir hergekommen waren das schlechteste. So war die Fahrt zurück nach La Paz wesentlich entspannter und bequemer, wenn auch am Ende etwas kalt. Besonders toll daran war, dass wir jetzt genau jenen Teil der Route sahen, den wir auf dem Hinweg verschlafen hatten. Und das lohnte sich wirklich. Zunächst ging es stundenlang durch den Dschungel, bevor dann endlich die ersten bewaldeten und teilweise spektakulär steilen Hügel und Berge auftauchten über die sich der Bus elendig langsam drüberquälen musste, es aber am Ende in den erwarteten 20 Stunden schaffte.

Mittwoch, 6. Juli 2011

La Paz

La Paz begeisterte uns vom ersten Moment an. Wir erreichten die wichtigste (aber nicht Haupt-)Stadt Boliviens am Abend des 1. Juni. Als die Häuser von El Alto, der mittlerweile größeren Schwesterstadt von La Paz, auf der rechten Straßenseite plötzlich weg waren, eröffnete sich uns innerhalb einer Sekunde der atemberaubende Blick auf das millionenfache Lichtermeer, welches das Tal, in das La Paz hinein gebaut ist erfüllte. Es dauerte noch einige Zeit und bedurfte einiger Höhenmeter nach unten bis wir den Busbahnhof erreichten. Uns war etwas mulmig zu Mute. Wie wird es wohl sein, abends um 9 Uhr mitsamt Gepäck durch diese Stadt zu spazieren, von der man schon allerlei Geschichten gehört hat? Es war – wie unser gesamter Aufenthalt dort - total entspannt. Sicher und unbehelligt erreichten wir unsere Unterkunft und bekamen dort sogar ein Zimmer. Wir waren hungrig und so machten wir uns noch auf die Suche nach was zu beißen. Ganz in der Nähe lag die Plaza Murrillo, wo sich der Amtssitz des bolivianischen Präsidenten Evo Morales befindet. Von dort aus führte eine Marktstraße in Richtung Plaza San Franzisco, die wir auch gleich entlang spazierten. Keine zwei Minuten später lief uns doch tatsächlich Agus über den Weg, jener Katalane, den wir im Nationalpark Torres del Paine am Anfang unserer Reise kennen und lieben gelernt hatten. Wir wussten zwar, dass er auch vor hatte nach Bolivien zu kommen, aber dass wir ihn mitten in La Paz wiedersehen würden hätten wir nicht gedacht. Er war bereits einige Tage in der Stadt und auf dem Weg zu seiner Pizza weswegen uns nur ein paar kurze, freundliche Worte und Umarmungen blieben. Essen fanden wir natürlich auch. Zwar wissen wir nicht genau was es war, irgendwas von einem Tier (Haut oder Lunge oder so) mit Erdäpfeln, aber es tat seinen Dienst.

Am nächsten Tag schliefen wir erst einmal aus um uns danach die Stadt etwas genauer anzusehen. La Paz wurde komplett in einen teilweise sehr steil abfallenden Talkessel hinein gebaut. Es war sicherlich nicht von den Stadtgründern geplant, aber mittlerweile überziehen die Häuser der Stadt auch die steilsten Hänge und erstrecken sich bis in schwindelerregende Höhen. Kaum ein Fleckchen der Stadt ist eben, ständig geht es bergauf oder bergab. Sehr toll anzusehen. Was uns sehr positiv überraschte war der Zustand der Häuser. Zwar sind sehr viele jener Behausungen, die an den Berghängen empor klettern ungestrichen und erstrahlen in schönstem ziegelrot und maltagrau und sind kaum isoliert, aber zumindest haben sie vier Wände, ein Dach und so gut wie alle Stromanschluss. Natürlich ist die Stadt nicht mit Buenos Aires oder gar Santiago vergleichbar, aber trotzdem scheinen die Häuser solide zu sein und Holzbaracken mit Wellblechdach sahen wir gar keine. Im Gegenteil, im Süden ragten moderne Hochhäuser, Banken und Hotels in die Luft und in der sagen wir mal Innenstadt, wo ein Haus fließend ins nächste über geht (wie halt üblich in einer Stadt) waren selbige ebenfalls in recht gutem Zustand. Wir hatten es uns, nach dem was man von Bolivien so hört, wesentlich schlimmer vorgestellt.

 Calle Jaen (Museumsstraße) mit den Hängen von La Paz im Hintergrund

Unser erstes Ziel war das Museo de Instrumentos Musicales, in dem es zahlreiche Gitarren, Trommeln, Flöten und andere Instrumente zum anschauen und ausprobieren gab, was uns auch recht Spaß machte. 

Hille trommeln

Danach wanderten wir zum Mirador Killi Killi um uns am Anblick der Stadt zu erfreuen. Dort trafen wir auf einen allein reisenden Franzosen, mit dem wir etwas plauderten und schließlich gemeinsam auf Mittagessensuche gingen. Der Mercado Macacho, unser erstes Ziel entsprach aber nicht unseren Vorstellungen, sah viel zu ordentlich, aufgeräumt und außerdem geschlossen aus. So gingen wir weiter zum Mercado Lanza an der Plaza San Franzisco. Markt ist eigentlich nicht unbedingt eine passende Beschreibung für dieses eher einem Parkhaus ähnliche Gebäude. Zahlreiche Rampen führen über mehrere Etagen nach oben an denen je nach Stockwerk kleine Geschäfte, Saftbars und Restaurantchen aneinandergereiht sind. In einem dieser fanden wir auch endlich unser Mittagessen. Danach machten wir nicht mehr viel, sondern gönnten uns einen entspannten Abend in unserem Doppelzimmer.

 Blick auf den modernen Süden der Stadt vom Mirador Killi Killi aus. Leider lässt sich das Gesicht der Stadt nicht besonders gut mit der Kamera einfangen. Muss man selbst gesehen haben.

Am folgenden Tag hatten wir zum ersten Mal Glück mit Couchsurfing. Und zwar richtiges Glück. Martin hatte auf unsere Anfrage reagiert und uns zu sich eingeladen. Leider hatten wir seine Nachricht aber erst am Tag zuvor gelesen, als die Nacht im Hostel schon abgemacht war. Nun aber riefen wir ihn an und machten uns einen Treffpunkt aus. Um die Unterkunft zu bezahlen, brauchten wir allerdings noch Bargeld und das zu beschaffen stellte sich als langwieriger Prozess heraus. So kamen wir auch gleich 45 Minuten zu spät zum Treffpunkt und machten uns schon ziemliche Sorgen, weil wir Martin nun auch am Handy nicht mehr erreichen konnten. So entschieden wir uns etwas zu warten und es später erneut zu versuchen. Als ich ein weiteres Mal zu einem der kleinen Verkaufsstände mit Telefon ging um anzurufen, machte mich dessen Besitzer darauf aufmerksam, dass ein Mann nach mir gesucht hätte und dieser Mann dort drüben stehen würde. Ich hatte etwas Schwierigkeiten damit, den Mann auf den gezeigt wurde eindeutig zu identifizieren, denn dort wo der Verkäufer hinzeigte gab es mehrere Männer. Nach einigen peinlichen Blicken und Gesten gab sich Martin aber endlich zu erkennen. Er entpuppte sich als sehr netter, höflicher Mann mit gutem Englisch und v.a. mit zwei Appartements, eines für sich und seine Frau Sisi und eines für die Couchsurfer. Wir konnten unser Glück kaum fassen, als wir erfuhren, dass wir ein ganzes Appartement für uns hatten, inklusive Doppelbett, Bad und Küche. Zu allem Überfluss luden uns Martin und Sisi auch noch zum Mittagessen ein um uns näher kennenzulernen.

Unsere Gastgeber in La Paz, Martin und Sisi (die anderen beiden sind wir)

Die beiden sind echt ein süßes Paar. Er Bolivianer, tätig im Kassarollenverkauf und sie Kolumbianerin, studierte Architektin, aber hauptberuflich Ehefrau. Kennengelernt haben sie sich in New York, wo beide eine Zeit lang lebten. Ihr kleines Appartement im 10. Stock eines sehr modernen Wohnhauses im Stadtviertel Miraflores ist voll von The Doors Postern und Hochzeitsfotos und sie machten auf uns einen sehr glücklichen Eindruck. Später am Nachmittag, nach einer ausgedehnten siesta im äußerst komfortablen Bett, trafen wir uns mit Sisi für einen Marktbummel. Ein Taxi chauffierte uns weit den Berghang hinauf, von wo aus wir über den Mercado Iustus und diverse weitere, fließend ineinander übergehende Märkte wieder hinunter spazierten. Die Märkte in La Paz sind einfach sagenhaft. Sogar ich kann dort Stunden verbringen ohne mich zu langweilen. Man bekommt alles nur Erdenkliche, von Laptops über Handys, Kleidung, Schuhe (sehr viele Schuhe, Silke), Obst und Gemüse, Geschirr, CDs, Küchengeräte, Waschmaschinen, Heimwerkerbedarf, Möbel, Farbe, Tapeten, Schlösser und Eisenwaren, Spielzeug und Hygieneartikel bis hin zu ganzen Grillvorrichtungen für Hühnchen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus was so alles angeboten wurde. Man könnte sich eine ganze Wohnung damit einrichten. Leider haben wir kein Foto von den Märkten, wir wollten nicht unangenehm auffallen, aber es wäre auch schwierig gewesen die Atmosphäre auf ein Bild zu pressen. Wieder unten im Touristenviertel kamen wir am Ende beim berühmten Hexenmarkt (Mercado de Hechiceria) vorbei, wo allerlei Kräuter, kleine Statuen und andere Talismane wie etwa getrocknete Lamaföten verkauft wurden.

Am Abend lernten wir Maya kennen, eine Couchsurferin aus Frankreich, die ebenfalls bei Martin und Sisi zu Gast war. Gegen 9 gingen wir dann alle zusammen ins Kino, unsere Gastgeber wollten uns nämlich voller Stolz auch den modernen Süden der Stadt zeigen. Wir waren eher schockiert. Während es an den Berghängen des alten, ärmeren Nordens von La Paz unzählige nicht angestrichene Hütten, halb fertige Häuser und so gut wie keine Privatautos gibt, stehen in diesem Teil der Stadt praktisch nur Villen und es gibt kaum Busse oder Taxis, sondern nur teilweise sehr edle Karossen. Sisis Traum ist es einmal hier leben zu können. Wir fuhren in eine Mall nach amerikanischem Vorbild. Alles war blitzeblank geputzt und schön hergerichtet, nur die Geschäfte waren leer. „Zu teuer“ meinten Martin und Sisi. Im Kino sahen wir „The Hangover 2“, einen Film, der eine ziemlich genaue thailändische Kopie von „The Hangover“ ist, aber trotzdem irgendwie lustig. Die folgende Nacht war dann eher schrecklich, denn mich überkamen furchtbare Rückenschmerzen, die wohl auf verkrampfte Muskeln zurückzuführen waren und sich über den ganzen Oberkörper ausbreiteten. Es dauerte sehr lange bis ich endlich schlafen konnte.

Und Schlaf hätte ich eigentlich bitter nötig gehabt, denn wir hatten großes vor am nächsten Tag. Es stand nämlich die Bezwingung des sogenannten Camino de la muerte oder deathroad (Todesstraße) auf dem Programm. Früh morgens machten wir uns auf, bekamen ein Frühstück und Radausrüstung und starteten im Minibus Richtung La Cumbre auf 4700 Metern. Dort angekommen stiegen wir aus, bekamen unsere Räder und los gings. Bei der deathroad handelt es sich um die alte Verbindungsstraße von La Paz in den Norden des Landes. Bis 2006 ging sämtlicher Verkehr in Richtung Coroico über diesen spektakulären, schmalen, mit engen Kurven gespickten, nicht asphaltierten Weg. Das eigentlich gefährliche daran ist aber, dass sich diese Straße an einen Berghang schmiegt und es an manchen Stellen neben der Straße hunderte Meter fast senkrecht in die Tiefe geht. Zudem sind manche Passagen kaum oder gar nicht breiter als ein LKW und dementsprechend viele tödliche Unfälle gab es auf dieser Strecke (Name!). Heute nimmt eine andere, asphaltierte Straße, ausgestattet mit 107 Brücken eine andere Route nach Coroico und auf die deathroad gibt es kaum noch Verkehr, also ideal zum Radfahren.

Der erste Teil unserer Tour führte uns über die asphaltierte Hauptstraße, die schon seit den 1970er Jahren die alte Schotterpiste ersetzte. Dabei ging es hauptsächlich darum das Rad kennenzulernen und Geschwindigkeit aufzunehmen. Und das ging auch recht gut. Nachdem meinen Bremsen beim ersten Halt etwas korrigiert wurden und nicht mehr so sehr am Rad rieben, konnten wir richtig Gas geben und sogar LKWs und einen Bus überholen. Danach mussten wir für ein kurzes Teilstück zurück ins Auto bevor es dann im zweiten Teil über die alte Schotterstraße ging. Die insgesamt 19 Teilnehmer (ja ich weiß, sehr untypisch für uns) wurden in eine schnelle und eine langsamere Gruppe geteilt, jeder wohin er wollte. Wir entschieden uns für die langsame, waren dort aber dafür die Schnellsten. :-)

Kurz vor Beginn der Radtour...

... und in Action.

 Anja war richtig schnell unterwegs!

Es machte uns schon Spaß über diesen stets bergab führenden Weg downzuhillen, aber so gefährlich wie es beschrieben wird war es im Endeffekt nicht, zumindest nicht mit dem Rad (ein LKW ist was anderes). Die tödlichen Unfälle, die immer wieder passieren (angeblich stürzte eine Japanerin erst eine Woche vorher in den Tod) sind daher größtenteils auf Selbstüberschätzung bzw. unerwarteten Gegenverkehr kombiniert mit zu hoher Geschwindigkeit zurückzuführen. Kennt man seine Grenzen und kann etwas Radfahren ist es kein Problem. Also keine Sorge liebe Mütter, wir passen auf uns auf. Interessanterweise herrscht auf der deathroad Linksverkehr. Der angebliche Grund dafür, nämlich, dass bergauf fahrende Fahrzeuge ja Vorrang haben und im Notfall neben dem Hang fahren sollen, damit sie leichter in den Hang hineinlenken können und stehen bleiben leuchtete mir nicht ganz ein, denn auf diese Weise müssen bergab fahrende Fahrzeuge außen, neben dem Abgrund fahren und falls deren Bremsen versagen (was beim bergab fahren rein intuitiv gedacht etwas häufiger vorkommen könnte als beim bergauf fahren) haben die dann wohl die eine oder andere Schwierigkeit. Wie auch immer, für uns wars darum schon ein gewisser Nervenkitzel einen Meter neben dem Abgrund entlang zu rasen.

Ein paar Impressionen von der deathroad...



 Gruppenfoto am sogenannten "balcon"

Gegen 14 Uhr kamen wir nach etwa 4 Stunden oder 3600 Höhenmetern an einem Restaurant mit Swimmingpool an. Das war zwar recht nett, die Milliarden Moskitos dort waren aber derselben Meinung und da der Minibus mit unseren Duschsachen noch im letzten Fluss, der die Straße querte feststeckte und ich blöderweise meine lange Hose schon vorher ausgezogen hatte, durfte ich am nächsten Tag ganze 53 Stiche auf meinem rechten Unterschenkel zählen. :-) Das Essen war dann so mittelmäßig aber zumindest ließen uns die Moskitos nach der kühlen Dusche relativ in Ruhe. Eine knapp vierstündige Busfahrt später waren wir zurück in La Paz und wurden von Maya mit Reis á la France, also Reis mit Sahne und Parmesan empfangen. :-) Wir hatten zwar keinen Hunger und waren hundemüde, aber man ist ja höflich.

Am nächsten Tag stand shopping auf unserer Aktivitätenliste. Sonntag ist dafür zwar nicht unbedingt der geeignetste Tag, weil doch einige Geschäfte und die meisten Marktstände geschlossen waren, andererseits waren dafür auch sehr wenige Leute unterwegs. Das eine oder andere Mal durfte ich aber trotzdem Pullover für diverse Väter/Brüder/Freunde anprobieren. Insgesamt war der Tag doch recht von Erfolg gekrönt, wie wir bei unserer Rückkehr auch präsentieren werden. Als kleines Dankeschön für Martin und Sisi wollten wir abends typisch österreichische Marillenknödel kochen. Allein schon das Besorgen der dafür nötigen Zutaten stellte sich jedoch als wesentlich schwieriger als gedacht heraus. Die vermeintlichen Marillen vom Markt entpuppten sich als winzig kleine und gelbe Pfirsiche, die auf den ersten Blick wirklich wie Marillen aussahen, die Kartoffeln waren besonders hartkochend (ideal für Kartoffelteig) und das Mehl, das wir erst im zweiten Supermarkt fanden, Vollkornmehl. Als ich dann auch noch begann Eier, Kartoffeln und Mehl auf dem Küchentisch zu einem Teig zu kneten, erntete ich schockierte Blicke von Martin und Sisi. Das Resultat des Ganzen schmeckte dann zwar etwas anders als erwartet und über das eine oder andere harte Kartoffelstückchen im Teig musste man hinwegsehen, Martin und Sisi schienen aber dennoch recht begeistert von den Pfirsichknödeln á la Hille zu sein, zumindest wollten sie Martins Eltern unbedingt einen mitbringen. :-)

 Unsere deliziösen Pfirichknödel

Dieser kulinarisch anspruchsvolle Abend war gleichzeitig unser letzter in La Paz, vorerst, denn am Montag führte uns unser Weg weiter nach Norden, in die Tiefen des Amazonasbeckens…