Als wir aus Rurrenabaque zurück kamen waren wir voller Unternehmungsgeist. Von zwei Gruppen älterer Männer, eine aus Polen und eine aus Österreich, angestachelt, wollten wir unser Glück versuchen und den Huayna Potosi mit seinen 6088 Metern besteigen. So verbrachten wir den 11. Juni, Samstag, damit, eine erschwingliche Tour auf diesen Gletscher zu finden. Es dauerte lange bis wir uns dazu durchringen konnten den geforderten Preis zu bezahlen, aber es winkten uns Ruhm und Ehre, sollten wir es schaffen. Am Nachmittag hatten wir noch etwas Zeit bevor wir uns wieder bei Martin und Sisi einquartieren durften. Diese verbrachten wir im netten, kleinen Kokamuseum, welches die Geschichte dieser zu Unrecht verteufelten Pflanze, ihre Wirkung und unerwünschte Wirkungen und vor allem die Falschheit der westlichen Gesellschaft (zuerst wurde sie als Wunderpflanze betrachtet, dann zum Grund für die Armut in Südamerika erklärt) gut illustriert, wie wir meinen.
Früh morgens am folgenden Sonntag ging es dann los. Die Tour begann schon einmal schlecht, denn das bereit gestellte Equipment passte natürlich nicht und Ersatz musste erst geholt werden. Dann brachte uns ein Minibus zum Startpunkt auf etwa 4700 Metern, wo wir unseren Guide kennenlernten und die Rucksäcke packten. Nach kurzem Mittagessen begann der beschwerliche Aufstieg zum Campo Alto auf 5130 Metern Seehöhe. Mit unserem Guide hatten wir nicht das beste Los erwischt, er sprach kaum ein Wort und legte ein Tempo vor, dem wir aufgrund der Höhe, dem schweren Gepäck (er hatte ja nur einen kleinen Rucksack) und dem Geröll über das der Weg führte, nicht folgen konnten. Die letzten 10 Minuten ließ er uns sogar ganz allein und ging voraus mit der Ausrede er müsse Wasser kochen und prompt gingen wir den falschen Weg und mussten die letzten Meter fast klettern.
Das Basislager für den Gipfelsturm
Die Nacht im Schutzhaus war nicht unsere beste. Es war sehr kalt (-10°C), schlafen konnten wir kaum und um Mitternacht standen wir bereits für den Gipfelsturm auf. Wir fühlten uns nicht besonders gut, beschlossen aber trotzdem den Aufstieg zu versuchen, legten die Steigeisen an und gingen um etwa halb 2 Uhr morgens los. Leider kamen wir nicht weit, Anja wurde ziemlich höhenkrank und ihr war sehr schlecht. So beschlossen wir auf einer Höhe von etwa 5400 Metern umzukehren. Ein sehr frustrierendes Gefühl nicht zu schaffen was man sich vorgenommen hat und die Kommentare vom Guide trugen nicht unbedingt zu einer positiven Veränderung der Stimmung bei. Insgesamt hatten wir das Gefühl, er hatte gar keine Lust uns auf den Gipfel zu bringen, sondern war froh darüber, dass er so noch etwas länger schlafen konnte.
Wir versuchten auch noch etwas zu schlafen, aber Anja ging es sehr schlecht und am Ende waren wir froh als es gegen 10 Uhr morgens endlich wieder hinunter ging. In der Agentur hatten wir extra vorher nachgefragt ob es ein Problem sein könnte, dass wir die letzten 3 Tage in Rurrenabaque auf lediglich 200 Metern verbracht hatten, was dort aufs Heftigste verneint wurde, aber wir hätten es besser wissen können und müssen und dass die Reiseagentur nur darauf aus ist uns die Tour zu verkaufen war eigentlich auch klar. Wenigstens sind wir jetzt um eine Erfahrung reicher und kennen unsere Grenzen. Unser Versuch meine Eltern zu übertrumpfen blieb also am Ende ein solcher und unser Respekt dafür, dass sie den Kilimanjaro bezwingen konnten wuchs noch einmal ein ganz schönes Stück.
Zurück in La Paz, das an diesem Tag von Straßenblockaden und einem Streik der Fuhrunternehmer gepeinigt wurde (darum mussten wir auch Schleichwege zurück in die Stadt nehmen) hatten wir keine Lust zu gar nix und weil Martin uns Sisi so nett waren uns noch einmal ihr Appartement zur Verfügung zu stellen, spannten wir so richtig aus.
Langsam wurde es Zeit Bolivien lebe wohl zu sagen und Richtung Peru aufzubrechen. Zum Abschied bereiteten uns Martin und Sisi noch ein leckeres Frühstück mit Pfannkuchen und Ahornsirup zu und wir fühlten uns ob dieser immensen Gastfreundschaft fast schon unwohl. Ein micro brachte uns anschließend zum Friedhof, von wo die Busse nach Copacabana am Titicacasee aufbrechen. Bereits als wir ausstiegen brüllte uns ein Ticketverkäufer: „Copacabana!! Copacabana!!!“ entgegen und weil der Preis in Ordnung war kauften wir gleich unsere Fahrkarten.
Eigentlich hätte der Bus dann um 11 starten sollen, aber der äußerst coole Busfahrer, der stets seinen Pullover etwas lüftete um sich die Sonne auf seinen hübschen Bierbauch scheinen zu lassen meinte es wären noch zu wenig Fahrgäste und deshalb fiel der Bus um 11 halt aus und es ging erst um halb 12 los. Nach etwa drei Stunden Fahrt breitete sich schließlich der tiefblaue Titicacasee vor uns aus. Dann hieß es plötzlich aussteigen, denn die Straße war zu Ende. Ein sehr netter Herr erklärte uns dass der Bus hier über den See setzen müsse und die Fahrgäste mit kleinen Booten separat über den Kanal gebracht würden. War echt interessant mit anzusehen wie der riesige Bus auf ein nur etwa gleich großes Floß verladen und über den See geschippert wurde.
Bus auf Floß übern Titicacasee
Auf der anderen Seite gings dann weiter bis Copacabana.
Dieses Städtchen ist wirklich recht hübsch, sehr touristisch zwar aber auch gemütlich. Zufällig trafen wir zwei aus unserer Pampa-Gruppe wieder, die uns ihr Hostel empfahlen (wir kriegten das Zimmer dann sogar billiger, harhar). Es war später Nachmittag und wir wollten noch etwas vom Ort sehen, also zogen wir los, aßen leckeren Fisch aus dem See und ich kam endlich in den Genuss einer schönen Kathedrale im maurischen Stil. Zum Sonnenuntergang bestiegen wir den Cerro Calvario (mal wieder ein Stationsweg), einen Hügel am Rande der Stadt. Obwohl er nicht besonders hoch ist, schnauften wir ganz schön, denn der Titicacasee liegt immerhin schon auf 3810 Metern.
Copacabana von oben
Sonnenuntergang am Titicacasee
Als wir am nächsten Tag auf der Suche nach einem Frühstück durch die Straßen von Copacabana gingen lief uns doch tatsächlich schon wieder Agus (der Katalane, siehe diverse andere Posts) über den Weg. Er hatte gerade zwei Wochen bei einer Aymara-Familie auf der Isla del Sol gelebt und war, wie immer, begeistert. Sein Weg führte ihn ebenfalls nach Peru und wir verabredeten uns auf ein Bier in Cusco, das wir aber leider nie zustande brachten.
Kurz darauf bestiegen auch wir ein Boot, das uns zu jener Insel im See bringen sollte, die so sagenumwoben ist und als der Ort gilt, an dem die Inkas erschaffen wurden. Dass wir jemals dort ankommen würden hätten wir uns am Beginn dieser Fahrt kaum vorstellen können so elendig langsam tuckerte der mit Touristen angefüllte Kahn vor sich hin. Nach über 2 Stunden legten wir schließlich doch im Norden der Insel an und wurden gleich von einem einheimischen Guide in Empfang genommen. Er führte uns in ein kleines, gebührenplichtiges Museum mit Artefakten und Fundstücken aus der versunkenen Stadt Marka Pampa und erzählte allerhand über die Geschichte der Insel. Die Inkas, die mit der Isla del Sol ja hauptsächlich in Verbindung gebracht werden, spielten rein historisch hier nur eine Nebenrolle, da sie gerade einmal etwas mehr als 100 Jahre die dominierende Kultur waren. Die etwa 10 000 Jahre zuvor wurden von den Prä-Inka-Kulturen der Tiwanaku und einer noch älteren (Name vergessen!) geprägt, die auch sämtliche der unzähligen Terrassen für den Ackerbau anlegten.
Anschließend ging es weiter einen Hügel hinauf zum Hauptheiligtum der Inkas und ihrer Vorgängerkulturen, den Chincana-Komplex mit dem Heiligen Felsen. Hier soll der Geburtsort der Sonne und des ersten Inka Manco Capac liegen. Mit genügend Fantasie konnte man einen Puma im Felsen erkennen, von dem der See seinen Namen hat: Titi = Puma, Caca = Fels. Übrigens sollte man Titicaca eher als Titichacha mit hartem ch aussprechen, da der Name Quechua ist und Caca im Spanischen einfach nur „Scheiße“ bedeutet. Bis auf den Felsen, wo neben dem Puma auch der bärtige Gott Viracocha zu sehen sein soll gab es noch einen Zeremonienplatz und die Ruinen einer alten Inka-Anlage (wohl auch etwas Zeremonielles). Von den sieben Toren, die der Guide mehrmals erwähnte oder sonstigen spirituellen Anlagen war nichts mehr zu sehen. Nachdem wir ihm schließlich sein festgelegtes „Trinkgeld“, auf das er peinlich genau bestand, gegeben hatten, machten wir uns auf den Weg in den Süden der Insel.
Inka-Ruinen von Innen
Wir hätten uns eigentlich noch zahlreiche Ruinen erwartet, zumal diese Insel ja eine so herausragende Bedeutung in der Geschichte dreier Kulturen spielte. Stattdessen gab es nur zwei weitere Ticketschalter, wo für den mittleren und den südlichen Teil der Insel Eintritt bezahlt werden durfte. Die Landschaft ist zwar wunderschön, der See wahnsinnig blau und das Wetter war auch gut, trotzdem waren wir etwas enttäuscht. Zum einen weil die ganze Insel supertouristisch und wenig authentisch ist, zum anderen hatten wir uns einfach mehr Geschichte, mehr alte Steine und Ruinen erwartet, gerade weil diese Insel kulturell so bedeutend war. Unser lonely planet empfahl übrigens eine Übernachtung auf der Insel um die lokale Wirtschaft zu unterstützen, aber als wir gegen Ende unserer 3 stündigen Wanderung den Hauptort Yumani erreichten, glaubten wir im falschen Film zu sein. Ein schickes Hotel stand neben dem anderen und dutzende Restaurants säumten die Straße. Eine Übernachtung hier hätte wohl nur wieder jenen, die eh schon was haben etwas gebracht und so waren wir froh uns für eine Tagestour entschieden zu haben.
Nach sehr langen 1,5 Stunden Bootsfahrt waren wir zurück in Copacabana, holten unsere Sachen im Hostel ab und wollten uns eigentlich wegen einem Busticket nach Puno in Peru umschauen. Der Rezeptionist meinte dann aber, dass die Grenze blockiert sei, wir heute also nicht weiter kämen und ob wir nicht gleich noch eine Nacht länger bleiben wollten. Weil er es mit der Wahrheit beim Ticketpreis auf die Isla del Sol aber schon nicht so genau genommen hatte, wollten wir uns erst selbst ein Bild der Lage machen und wurden zum Dank mit einem hämischen „See you later!“ verabschiedet. Da waren wir aber gehörig anderer Meinung.
Wie sich herausstellte hatte er aber mit der blockierten Grenze nicht ganz Unrecht, denn Busse nach Puno gab es keine mehr. Stattdessen wurden wir angesprochen ob wir nicht ein Taxi bis zur Grenze haben wollten, wo angeblich ein Bus warten würde, der uns nach Puno bringe. Nach einigem Zögern willigten wir ein und schon raste der Taxifahrer Richtung Grenze. Wir wussten nicht genau was los war. Offensichtlich gab es auf der peruanischen Seite Probleme mit Straßenblockaden und Protesten, davon hatten wir bereits in La Paz gehört, dachten aber, die hätten sich mittlerweile wieder gelegt. Dem war auch so, bis zu jenem Mittwoch, dem 15. Juni. An der Grenze meinte der Taxifahrer wir sollten noch mit dem Stempeln der Pässe warten und hing pausenlos am Telefon. Irgendetwas geschah wohl auf der anderen Seite.
Die Situation wurde immer unübersichtlicher und wir wussten nicht so recht was los war. So kamen wir mit den drei Briten, die auch im Taxi saßen ins Gespräch und berieten was nun zu tun sei. Endlich kam der Taxifahrer zurück mit neuen Nachrichten. Die Straße nach Puno sei blockiert, aber wir könnten über die Grenze nach Yunguyo, dort ein Hostel beziehen und um 3 Uhr nachts mit dem Bus weiter fahren, denn da würden die Blockierer zu Hause schlafen. Das klang sehr abenteuerlich, aber wir wollten nicht wieder zurück nach La Paz und waren ja sowieso auf Abenteuer aus und so willigten wir schließlich ein.
Im Hostel teilten wir uns das Zimmer mit den sehr netten Briten aus unserem Auto, die es allerdings vorzogen wach zu bleiben anstatt ein paar Stunden zu schlafen so wie wir. Um halb 3 Uhr früh ging es dann los. Ein ganzer Bus voller Touristen machte sich auf den Weg. Der erste Teil des Weges verlief noch ohne Probleme aber nach einiger Zeit kamen wir an eine Blockade, wo auch mitten in der Nacht noch Leute ausharrten und uns die Weiterfahrt verwehrten. Es dauerte ein paar Stunden und bedurfte wohl einigen Verhandlungsgeschicks der Fahrbegleiter bis wir endlich weiter fahren durften. Weit kamen wir nicht. Bereits kurze Zeit später blieben wir wieder stecken, dieses Mal für unbestimmte Zeit. Die Sonne ging bereits auf und wir wussten nicht was los war, hatten weder Wasser noch was zu Essen und konnten nichts tun als warten.
Nach ein paar Stunden schließlich verloren ein paar der Fahrgäste die Geduld und bestanden darauf auszusteigen, was uns bis dahin untersagt war. So ging ich mit 3 anderen Touristen nach vorne zur Blockade und versuchte mit den Blockierern ins Gespräch zu kommen. Wie mir zwei sehr freundliche Männer erzählten sei der Grund für die Proteste der Verkauf einer oder mehrerer Goldminen in der Gegend an ausländischen Konsortien und das ohne die lokale Aymara-Bevölkerung zu fragen bzw. sie in den Prozess zu involvieren. Die Leute befürchten nun massive Belastungen von Umwelt und Trinkwasser und wirtschaftliche Nachteile für die Bevölkerung bzw. die Minenarbeiter. Eine Situation die ich durchaus nachvollziehen konnte.
Erst das Erscheinen der Touristen an der Blockade schien Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Die Blockierer waren wohl ein recht unorganisierter Haufen ohne Anführer, die sich aber sehr für die Herkunft der Touristen interessierten. Bald wurden Stimmen laut, die uns eine Weiterfahrt in Aussicht stellten, denn Touristen können ja nun wirklich nix für die Situation. Kurze Zeit später saßen wir wieder im Bus und fuhren in Richtung der Steine, die die Fahrzeuge an der Weiterfahrt hinderten. Alles sah gut aus, bis ein alter Mann mit Peitsche sich doch anders entschied und sich wild gestikulierend vor den Bus stellte. Also wieder nix. Aber anscheinend war es den Busbegleitern gelungen wenigstens den Weg über eine Seitenstraße frei zu verhandeln und so setzte der Bus einige 100 Meter zurück, um in diesen Weg einzubiegen.
Für den Bus war diese Entscheidung wohl nicht die beste, denn auch „Weg“ ist eine ziemliche Übertreibung für da wo wir entlang fuhren. Es gab mehr Schlaglöcher als Straße und die war voller Steine und stellenweise nur unwesentlich breiter als der Bus. Einmal mussten wir gar aussteigen, damit der Bus eine Steigung schaffte. Außerdem musste der Fahrtbegleiter mehrmals mit einem Besen ein zu tief hängendes Stromkabel hoch halten, damit der Bus darunter passte. Bei einer solchen Gelegenheit verfing sich das Kabel dann doch am Dach des Busses und wir durften miterleben wie der Stromanschluss des nächstgelegenen Hauses ziemlich unsanft aus der Wand gerissen wurde. Aber gerade diese unangenehme Episode gab mir die Gelegenheit zum Helden aufzusteigen, als ich mich anbot aufgrund meiner Körpergröße beim nächsten Mal das Kabel hochzuhalten. Danach gab es bei keinem Stromkabel mehr Probleme. :-) Außerdem machte ich mich dafür stark, dass die Passagiere für den Schaden am Haus aufkommen und veranstaltete eine kleine Spendensammlung unter den Fahrgästen. Nicht jeder hatte hundertprozentiges Verständnis dafür, aber das war mir egal. Das Geld übergab ich dann persönlich einem Mann, der sich uns (kostenpflichtig) als Guide für diesen Teil der Strecke zur Verfügung gestellt hatte und wohl in dem Dorf wohnte. Ich hoffe nur das Geld ist auch angekommen…
Damit war unser Abenteuer aber noch lange nicht überstanden. Es folgten noch weitere 7 (andere zählten insgesamt 12) Blockaden, die wir zu überbrücken hatten. So ging exakt dasselbe Spiel immer wieder von vorne los. Eine „Delegation“ aus dem Bus (Hille inklusive) stieg aus und versuchte die Blockierer davon zu überzeugen uns durchzulassen. Häufigste Argumente dabei waren ein „gebuchter Flug“ der droht verpasst zu werden, dass wir ja nur arme Studenten seien und dass wir nur das Land kennenlernen wollten und für die Situation ja gar nix könnten. Die ersten zwei Blockaden waren leicht, die Leute sahen kein Problem darin für einen Bus voller Touristen eine Ausnahme zu machen. Während wir bei der ersten Blockade auf Durchlass warteten besorgte ich für den ganzen Bus Wasser, was mir noch mehr Ruhm und Ehre einbrachte.
Dann wurde es aber zunehmend schwieriger. Die schlimmste für mich war die drittletzte, wo die Menschen wirklich unfreundlich, uneinsichtig und am Ende sehr herablassend waren. All unsere Versuche sie davon zu überzeugen uns durchzulassen scheiterten und als ein Mann begann nur mehr in Aymara zu sprechen und mir hämisch ins Gesicht lachte, verlor ich die Nerven und ging zurück in den Bus um zu verhindern, dass meine sämtlichen Kenntnisse in spanischen Schimpfwörtern zur Anwendung kommen. An dieser Blockade passierte es auch, dass sie den vorbeikommenden Motorrädern freie Fahrt zusicherten um sie dann doch anzuhalten und die Luft aus den Reifen zu lassen. Echt ungut und nicht unbedingt der Sache dienlich wie wir finden. Einerseits beschweren sie sich darüber, dass die Regierung sie schlecht behandelt und nicht zu Wort kommen lässt und sobald sie in einer gewissen Machtposition sind verhalten sie sich genauso. Am Ende meinten sie, sie würden uns durchlassen, wenn die Mädchen im Bus für sie tanzen würden. Wir fanden das echt unter aller Sau, aber einige Mädels aus dem Bus machten sich einen Spaß daraus und sangen und tanzten „Happy birthday“.
Ich war danach so grantig, dass ich bei der nächsten Blockade gar nicht mehr ausstieg, sondern andere das erledigen ließ. Nach einem weiteren „Happy birthday“ kamen wir auch recht schnell weiter. An der letzten Blockade hatte ich mich wieder gefasst und war wieder beim Verhandlungsteam dabei. Allerdings gab es hier einen sehr aggressiven Zeitgenossen, der gar nicht mit sich reden lassen wollte, mit seiner Peitsche drohte und verlangte, dass die Touristen wieder einstiegen. Irgendwie gelang es dem Busbegleiter dann doch uns durchzukriegen und so schafften wir es letztendlich nach Puno. Allerdings benötigten wir für die normalerweise 3,5 stündige Strecke schlappe 22 Stunden. Dennoch waren wir um eine Erfahrung reicher und ich besonders stolz, da ich offiziell von den Mädels weiter hinten im Bus zum Helden gekürt wurde. Eine kam sogar extra nach vorne um nach meinem Namen zu fragen und mir zu sagen wie froh sie sind jemanden wie mich im Bus zu haben. :-)
Der nächste Eintrag wird kürzer, versprochen :-)


































